Turm Tour durch Japan

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Videospiele und Türme, perfekt vereint durch RETROnoob (deviantART)

Videospiele und Türme, perfekt vereint durch RETROnoob (deviantART)

Ich erklimme gerne hohe Türme – diesen Trieb haben Spiele wie „Ice Climber„, das klassische „Donkey Kong„, „Shadow of the Colossus“ und „Kid Icarus“ maßgeblich beeinflusst. Zum anderen mag ich dieses überwältigende Gefühl à la „Ich bin der König der Welt!“… wer schonmal in einer Großstadt in Sonnenuntergangsstimmung auf einen Aussichtsturm geklettert ist, weiß wovon ich rede 🙂

Da wir auf unseren letzten Japan-Trips ganz schön rumgekommen sind, will ich euch die höchsten Türme im Land der aufgehenden Sonne nicht vorenthalten. Wenn ihr vor Ort sein solltet: Lasst euch die Chance nicht entgehen und genießt die Aussichten!

Tokyo Tower

0281Der wohl bekannteste Turm in Japan (in der Nähe des Stadtteils Roppongi) ist zugleich Aushängeschild der Stadt und Stilmittel in zahlreichen Mangas und Animes. Dabei ist der Turm rein äußerlich betrachtet (streng genommen) nicht mehr, als eine billige Kopie des Eifelturms – immerhin mit 333 Metern etwas höher als das französische Original. Auf der Spitze sitzt die Antenne für japanische Sender wie TV Tokyo oder NHK General, in den unteren Etagen gibt es dazu noch zahlreiches Merchandise, eine Ausstellungsfläche, sowie zahlreichen „Hello Kitty„-Mist für pubertierende Nippon-Kids oder weibliche Japan-Fans.

0957Die Eintrittskosten liegen bei 820 Yen für die erste Aussichtsplattform, sowie weiteren 600 Yen für die zweite Aussichtsplattform – also für beide ca. 10 Euro. Während die erstere Plattform aus zwei Stöcken besteht und den Club 333 zum Entspannen bietet (mit astronomischen Preisen für Getränke und Kuchen), lockt vor allem die zweite Plattform mit einer Höhe von 250 Metern.

Die Aussicht und das Flair des Tokyo Towers lohnen jeden finanziellen Aufwand – immerhin ist er der teuerste der hier aufgeführten Türme. Neben Live-Musik und VIP-Feeling, verzückt die Aussicht auf Shinjuku und die Roppongi Hills. In der Ferne lässt sich die vorgelagerte Insel Odaiba ausmachen, ebenso wie die Rainbow Bridge. Wegen der starken Atmosphäre, würde ich beim Tokyo Tower zum nächtlichen Besuch raten – so umgeht man auch die gröbsten Touri-Massen. Der Turm ist bis 22 Uhr geöffnet.

Wer sich im Internet schlaumachen will, hier geht’s zur englischen Seite des Tokyo Towers!

Shinjuku Rathaus

0038Mit einem Wort: Gigantisch! Die beiden Rathaus-Türme laden gleich zur doppelten Aussicht auf Tokyo ein und gehören vor allem für preisbewusste Japan-Touristen dank kostenlosem Eintritt zum Pflichtprogramm. Der Besuch des Rathauses, welches vom größten Bahnhof Japans  (und das heißt was!)  in Shinjuku bequem per Untergrund-Passage zu erreichen ist, hat gleich zwei Vorteile: Die Aussicht auf Tokyo und das im Erdgeschoss liegende Info-Zentrum für Touristen.

Hier erhält man zahlreiche, höchst praktische Karten für Tokyo und Umgebung, kann sich in allen Sprachen beraten lassen („Wie komm ich zum Fuji?„) und erhält vielleicht noch die ein, oder andere Idee, was man spontan in Tokyo unternehmen könnte, ohne den typischen Touri-Pfaden folgen zu müssen (zeitlich begrenzte Theater-Aufführungen, Shows, Kino-Programm, etc…).

2453Mit dem Express-Aufzug kommt man nach kurzer Handgepäck-Kontrolle dann kostenlos bis zur Aussichts-Etage im 45. Stockwerk, welche vor allem abends, bei Sonnenuntergang, sowie bei klarem Wetter auch tagsüber (denn nur dann kann man den Fuji sehen!) zu empfehlen ist. Die Öffnungszeiten sind recht großzügig für japanische Verhältnisse: Der Nordturm ist bis 23 Uhr geöffnet, der Südturm bis 17:30. Beide bieten eine 360 Grad Sicht über den Hochhaus-Dschungel Tokyos. Bei diesigem und regnerischem Wetter sollte man am besten darauf verzichten – oder halt abends gehen, wenn zumindest die Lichter der Metropole für Verzückung sorgen.

Noch eine Info am Rande: Die Fensterscheiben sind für Amateur-Fotografen (wie meinereiner) nur schwierig zu überbrücken – besonders mit kleinen Digital-Kameras braucht man eine extrem ruhige Hand. Fehler Numero Uno und oft beobachtet: Der Blitz sollte selbstverständlich ausgeschaltet werden! Die meisten Bilder hier sind mit einer Canon EOS 1000D enstanden… nach zahlreichen Versuchen. Wer wirklich gute Bilder machen will, rechnet also etwas mehr Zeit für den Besuch ein 😉

Wer dagegen etwas mehr Geld in der Manteltasche mit sich schleppt, sollte sich den Shinjuku Park Tower in unmittelbarer Nähe nicht entgehen lassen. Hier wurde auch der Kultfilm „Lost in Translation“ gedreht.

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Yokohama Landmark Tower

2616Gleich zwei Fakten locken Turm-Fanatiker ins südliche Tokyo… ähm, sorry… Yokohama natürlich 🙂 Zum einen bietet der Yokohama Landmark Tower den schnellsten Express-Aufzug Japans (bei 45 Km/h sind schlackernde Ohren inklusive!), zum anderen ist der „Sky Garden“ im 69. Stockwerk die höchste Aussichtsplattform Japans – der Turm selbst ist 296 Meter hoch.

Die Aussicht ist natürlich absolut genial – vom Tokyo Tower bis zum Fuji, von hier sieht man wirklich alles. Besonderes Flair erhält die Aussicht wegen des Vergnügungsparks, der gleich vor dem Turm liegt. Die Beleuchtung des Riesenrads und der Achterbahn versprühen vor allem im Dunkeln eine unvergleichbare Atmosphäre.

Die Eintrittspreise für den Turm liegen bei 1000 Yen (ca. 7,80 Euro). Zu speziellen Terminen gibt es auch Kombi-Tickets für Familien, oder Paare. Das Einkaufszentrum in den ersten Stockwerken, der erwähnte Vergnügungspark, sowie zahlreiche Restaurants sorgen selbst abseits des Turms für einen tollen Tag. Wer darüberhinaus keine Lust mehr auf japanisches Essen hat, für den gibt es nur zwei Bahnstation entfernt den Chinatown-Bezirk.

Im Internet gibt es die Seite des Turms auch auf englisch: www.yokohama-landmark.jp/english

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Osaka: Umeda Sky Building

1972Der wohl faszinierenste Turm in Japan steht in Osaka, nur einen kurzen Sprung vom Hauptbahnhof entfernt. Zwei Wolkenkratzer fordern den Himmel heraus, ganz oben thront ein Ring über beiden Gebäuden. Der Clou: Der Ring liegt unter freiem Himmel, die Aussicht ist somit gefundenes Fressen für Fotografen, welche mit den dicken Fensterscheiben der Konkurrenz-Türme nicht klarkommen.

Der Name des Turms lautet „Umeda Sky Building“, die Aussichtsplattform ist unter dem Stichwort „floating garden“ in zahlreichen Online-Reiseführern zu finden. Mit einer Höhe von 173 Metern ist es der kleinste der hier aufgelisteten Türme, macht dieses Defizit dank der spektakulären Architektur jedoch mehr als wett.

2017Im dritten Stock erreicht man den Express-Aufzug nach ganz oben. Doch dort ist die Reise noch nicht vorbei – zwei Rolltreppen, welche frei von Turm zu Turm in der Luft hängen, führen in den oberen Ring. Hier heißt es schwindelfrei sein – die Rolltreppen sind wirklich sehr lang und die Sicht durch den Tunnel nach unten zumindest gewöhnungsbedürftig.

Jetzt ist es nur noch ein kleiner Schritt weiter nach ganz oben: Die Aussichtsplattform liegt unter freiem Himmel. Neben der atemberaubenden Sicht verzückt vor allem der fluoriszierende Boden – besonders Abends ein tolles Schauspiel (und für japanische Kids scheinbar faszinierender als der Ausblick!)…

Der Eintrittspreis ist mit 700 Yen recht moderat und im Vergleich mit den anderen Türmen am billigsten. Wer zufällig mal nach Osaka kommen sollte (für Gamer lockt das zweite Akihabara Japans: Den Den Town!), der darf sich diese Aussicht nicht entgehen lassen! Hier geht’s zur englisch-sprachigen Internetpräsenz des Umeda Sky Buildings.

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Fukuoka Tower

0807Weit im Westen von Japan liegt Kyûshûs Hauptstadt Fukuoka und verzückt mit charmanter Kanal-Optik und der direkten Nähe zum Meer. Gleich an der Küste steht der komplett verspiegelte Fukuoka Tower, der wie ein gläserner Giganten-Finger gen Himmel zeigt. Das Gebäude ist bereits von Außen betrachtet eine Wucht und stellt den höchsten Küstenturm Japans dar.

Für Ortsfremde Japan-Touristen ist der Turm jedoch nicht besonders leicht zu erreichen. Nina und meinereiner haben es später bitter bereut, „einfach so“ hinzugehen – immerhin ist der Turm weit sichtbar und… was ist schon ein kleiner Fußmarsch? Pustekuchen! Damit euch nicht dasselbe passiert: Sucht euch den Bus heraus! Nehmt ein Taxi! Die Umgebung des Turms ist äußerst weitläufig (auch das Baseball Stadion der Hawks ist gleich in der Nähe), wer vor gewaltigen Fußmärschen also zurückscheut, ist hier motorisiert besser dran!

Wenn man den winzigen Eingang dann schließlich gefunden hat (nicht besonders einfach, wenn man zu einer Zeit außerhalb der Touri-Saison eintrifft), stehen nur noch 800 Yen zwischen dem ersten und der Aussichtsplattform in 123 Metern Höhe – insgesamt ist der Turm stolze 234 Meter hoch und soll Erdbeben der Stärke 7 überstehen. Die Außenverkleidung besteht aus 8000 Spiegeln und macht den Turm zum praktischen Schminkspiegel für Godzilla.

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Tokyo Sky Tree

img_about_towerillEin Blick in die Zukunft: Am 14. Juli 2008 fiel der erste Spatenstich zum bislang gewaltigsten Turm-Projekt in Japan: Der Tokyo Sky Tree soll mit 610 Metern beinahe doppelt so hoch werden, wie der bisherige Tokyo Tower – damit würde es zu den höchsten Gebäuden der Welt gehören (an der Seite mit den Mega-Türmen Burj Dubai, welche mit 818 Metern nochmal eine ganze Schippe draufpacken!). 2012 soll das Mammutprojekt im Stadtteil Sumida beendet sein – ich freu mich schon jetzt darauf 🙂

Hier geht’s zur Internetpräsenz des Tokyo Sky Tree!