Späte Liebeserklärung: Chrono Cross, was wäre ich ohne dich?

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Chrono Trigger? Pah! Da ich den Vorgänger verpasst habe, war Chrono Cross für mich persönlich der wahre, erste Teil des genialen RPG-Duos. Ja, richtig gelesen: Daddel Daniel hat Chrono Trigger bis heute nicht zu Ende gezockt, während Chrono Cross in einem Durchgang durchgespielt wurde. Auch heute gehört Chrono Cross noch zu meinen absoluten Lieblingen, Spiele wie Blue Dragon, Lost Odyssey oder gar Final Fantasy 12 stinken dagegen ab… weit ab!

chronocrosscoverFür alle Uneingeweihten: Chrono Trigger erschien 1995 auf dem Super Nintendo in Nord Amerika und Japan – ein deutscher Release folgte 2008 (stolze 13 (!!!) Jahre später) in aufgebohrter Version für den Nintendo DS. Jeder Nerd, der was auf sich hält, schwärmt bis heute von Chrono Trigger und lobt es in den höchsten Tönen als DAS Rollenspiel für Konsolen. Und wie es sich auch heute bei guten Rollenspielen rentiert (Dragon Quest 8!), saßen auch schon damals Akira Toriyama und Nobou Uematsu an Bord der Production-Crew und sorgten für einen unvergessenen Soundtrack und geniales Charakterdesign.

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Ein kleiner Ausschnitt der gigantischen Oberwelt

Mir persönlich war es etwas zu dröge – und ja, wirklich triftig beschreiben kann ich es an dieser Stelle nicht (schließlich bin ich dafür auch nicht hier!). Fakt ist: Ich finde Chrono Cross besser! Daran ändern auch wilde Umfragen nichts – die Leser von IGN brachten Chrono Trigger 2008 auf den zweiten Platz in der „Welches ist das beste Spiel aller Zeiten?“-Umfrage.

Fünf Jahre nach Chrono Trigger, pünktlich im Jahr 2000 (Weltuntergang – olé!) kam Chrono Cross für die PSOne auf den Markt. Entwickelt wurde das Spiel von einem anderen Team: Den Soundtrack betreute diesmal Yasunori Mitsuda (u.a. Shadow Hearts 2 / Tobal No. 1), grafisch durfte sich Nobuteru Yuki (Seiken Densetsu 3 / Legend of Mana) austoben.

Selbstverständlich kam Chrono Cross NICHT nach Europa, denn für anspruchsvolle Gamer-Kunst waren wir noch nicht geeignet – entweder dass, oder Square mochte uns einfach nicht. Ebay-Verkäufer freuen sich: Die US-Fassung von Chrono Cross lässt bis heute nette Summen ins eigene Portemonnaie fließen. Ich würde es selbstverständlich niemals verkaufen… niemals! (diesen Fehler hatte ich schon mit Valkyrie Profile begangen, welches mich immerhin fast 150 Euro reicher gemacht hatte…).

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Hier fängt das Abenteuer an...

What was the start of all this?
When did the cogs of fate begin to turn?
Perhaps it is impossible to grasp that answer now,
From deep within the flow of time…

Chrono Cross beginnt recht dramatisch und steigert sich immer weiter und weiter: Hauptcharakter Serge ist zwischen zwei Welten gefangen und hält ein düsteres Geheimnis parat: In Welt Numero Uno ist er eigentlich tot, ertrunken am Strand. In eben dieser Welt trifft Serge auf die Diebin „Kid„, mit deren mysteriösen Anhänger er fortan zwischen den Dimensionen und Zeiten wechseln kann. Das sich daran anschließende Abenteuer gehört erzähltechnisch und vom Charakterdesign her zum Besten, was mir bislang in einem RPG geboten wurde.

Bis heute  unvergessen: Der mysteriöse Harlekin Harle mit dem Z-Akzent: „Zis Anzer iz correct!“ und das äußerst fixe Kampfsystem mit der Möglichkeit aus drei verschieden starken Attacken mit unterschiedlichen Hit-Prozenten zu wählen.

Ebenfalls bis heute unerreicht ist der Soundtrack von Yasunori Mitsuda – Gänsehaut-Garantie!

Mein absoluter Lieblingssong ist „Time’s Scar“ – ungeduldige Naturen halten mindestens bis 1:15 durch!

Fast vergessen: Radical Dreamers verzückt mit charmanten, japanischen Tönen. Der Titel lehnt sich an den Chrono Cross Vorgänger „Radical Dreamers“ an, welches jedoch nur japanischen Grufties bekannt sein dürfte: Das Grafik-Adventure erschien für das japanische Satellaview-Add-On des SNES (bzw. Famicom).

Na, nanana…

Noch ein letztes Wort: Wenn Ihr die Chance haben solltet, an ein Exemplar von Chrono Cross zu kommen: Greift zu! Ihr werdet es nicht bereuen!