Teutonen auf Tour durch Tokyo: Odaiba

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Im Museum von Fuji TV laufen einem die schrägsten Viecher über den Weg.

Odaiba ist wie ein Urlaub in Tokyo – von Tokyo: Das auf einer vorgelagerten Insel gelegene Viertel bietet viele spannende und aufregende Möglichkeiten, den Tag auf äußerst vielgestaltete Art und Weise vorbeigehen zu lassen.

Dabei reicht ein Tag kaum aus, um das volle Odaiba-Programm durchzuziehen. Schon die Reise auf die kleine Insel ist etwas ganz besonderes: Egal ob per Auto, mit der Bahn oder gar zu Fuß – an der Rainbow Bridge führt kaum ein Weg vorbei.  Neben dem Tokyo Tower ist diese über 900 Meter lange Brücke eines der größten Wahrzeichen der Stadt – und dient zahlreichen Katastrophenfilmen und Monster-Trash wie Godzilla als perfektes Opfer von wilden Destruktionsorgien.

Ein toller Ausblick: Von der Promenade von Aquacity Odaiba sieht man die Rainbow Bridge und den Tokyo Tower dahinter.

Tagsüber perfekt für einen Mittagsschlaf: Der Sandstrand von Odaiba.

"America... Americaaaa!"

Von Tokyo ist die Aussicht auf die Brücke übrigens nur halb so gut. Außer von weit oben: Wer die obersten Stockwerke des Tokyo Tower besucht, hat besonders abends einen tollen Blick auf die Brücke.

Touristen müssen für den Ausflug etwas tiefer in die Tasche greifen: Die Zugfahrt erfolgt über die Yurikamome Line, welche ein spezielles Ticket für ca. 6 Euro (Tagesticket) voraussetzt. Bötchen-Fans steigen in den Suijo-Bus – diese Wasserfähre führt über den Fluss Sumida-gawa von Tempelviertel Asakusa über den Palastgarten bis nach Odaiba – angelegt wird am Marine-Park und Meeresmuseum. Mehr Infos findet Ihr auf deren Homepage www.sujiobus.co.jp

"Klick mich!" - Quelle: tokyoessentials.com

Kurze Zeit nach der Überquerung der Rainbow Bridge steht man vor der Qual der Wahl: Wo steigt man aus? Schon gleich zu Beginn locken die riesigen Einkaufszentren Decks Tokyo Beach, bzw. Aquacity Odaiba inklusive einem riesigen Kino, Toys’r us, unzähligen Mode-Boutiquen und einer kompletten „China-Town“-Etage. Shoppen, futtern und Spaß haben kann man hier an jeder Ecke.

Ebenfalls vor Ort findet sich das unter Spielern und Freizeitpark-Fans gleichermaßen angesagte Sega Joypolis. Hier finden sich zahlreiche Kult-Automaten von Sega, sowie eine Indoor-Achterbahn. Besonders schräg: Das „Halfpipe-Karussel“ lässt Besucher auf einer festen Schiene eine Halfpipe hoch und runter fahren.

Noch mehr Infos zur Sega Joypolis findet Ihr auf der japanischen Homepage – inklusive kleiner Übersichtskarte.

Gleich gegenüber von Aquacity Odaiba findet man das opulente Gebäude von Fuji TV, welches vor allem architektonisch begeistern kann. Im Inneren findet man ein kleines Museum zum kultigen TV-Sender – für Europäer bleiben die meisten Ausstellungsstücke jedoch ein Buch mit sieben Siegeln.

Wer es etwas ruhiger angehen lassen will, der besucht den Odaiba Kaihin Park mit kleinem Sandstrand und tollem Blick auf die Rainbow Bridge. Die dahinter liegende Kulisse von Tokyo ist besonders abends ein toller Ausblick!

Alleine das Meeresmuseum – extrem kultig als riesiges Schiff im Hafen liegend – sowie das Miraikan (Nationalmuseum für Wissenschaft und Innovation) können dank ihrer Größe und den zahlreichen, teils interaktiven Angeboten für einen kompletten Tag als Programm ausreichen.

Asimo!

Größter und weltbekannter Star aus dem Miraikan ist wohl Asimo – der kultige Roboter von Honda ist Sinnbild für den japanischen Technik-Fortschritt. Asimo steht übrigens für „Advanced Step in Innovative MObility“ – der kleine Astronaut kann stolze 6 Km/h schnell laufen, bis zu 10 Gesichter unterscheiden und erkennt sowohl bewegliche Objekte, wie auch Gesten und Geräusche.

Ganz am Ende der Rundreise um Odaiba liegt Palette Town: Ein riesiges Gebiet mit diversen Attraktionen und Einkaufsmöglichkeiten. Wer nicht weiß, wo es lang geht: Das Riesenrad ist immer ein guter Wegweiser (übrigens eines der höchsten Riesenräder weltweit).

Gleich nebenan hat Autohersteller Toyoto seinen eigene Mischung aus Freizeitpark und Showroom: Im Mega Web bestaunt man die neuesten Karren und kann diese gleich mal auf einem Rundkurs austesten (Anmeldung erforderlich!). Oldtimer-Fans kommen in einem seperaten Bereich ebenfalls auf ihre Kosten.

Venus Fort dagegen beliefert vor allem weibliche Shopping-Naturen mit viel Stoff… und viel ROSA. Boutiquen wie die von „Barbie“ schrecken männliche Kundschaft schon auf mehrere Meter entfernt ab. „Brrrr!“ Dazu kommen kitschige Sonnenauf- und Untergänge, riesige Brunnen im Rennaissance-Plastik-Stil sowie wohl so ziemlich alles, was Männer NICHT sehen wollen.

Männer neben Reisaus: Die Hallen von Venus Fort sind Kitsch pur!

Wer sich für nur wenige Yen auf das Riesenrad wagt, kann seinen Blick über ganz Odaiba und die Bucht von Tokyo schweifen lassen. Östlich erstreckt sich das Messegelände Tokyo Big Sight. Das 1996 eröffnete Zentrum ist bis heute eines der wichtigsten Messe-Zentren der Stadt. Der Konferenzturm ist mit seinen vier umgedrehten Pyramiden eines der weiteren, architektonischen Highlights der Stadt.

Hier finden und fanden auch zahlreiche Manga- und Anime-Messen statt, die bekanntesten darunter die Comiket (dieses Jahr vom 13. bis 15. August!) und die Tokyo International Anime Fair (findet gewöhnlich Ende März statt). Die Tokyo Game Show wird übrigens NICHT hier abgehalten – Zocker müssen die Makuhari Messe etwas außerhalb von Tokyo aufsuchen.

Wer den ganzen Tag noch nichts gegessen hat, sollte unbedingt eines der Millionen Restaurants unter die Lupe nehmen: Besonders in der Nähe von Aquacity Odaiba, bzw. Decks Tokyo Beach findet man zahlreiche Etablissements mit grandiosem Panorama-Blick auf die Bucht. Eines von vielen Beispielen ist das Tsukiji Tama Sushi, welches neben frischen Sushi auch leckere Udon-Nudeln im Menü bereit hält.

Und selbst wer, so wie wir, nach mehreren Wochen Japan mal wieder Lust auf Pizza hat, der findet hier tolle Alternativen 🙂

Zum Abschluss der Reise noch ein paar bewegte Bilder in HD: Gebt dem Video ein wenig Zeit zu laden und schaut’s euch daraufhin am besten im Vollbild-Modus an! Wakuwakumokyo weiß scheinbar, wie man mit einer HD-Kamera umgeht 😉