Online-Rollenspiele gibt es mittlerweile wie Sand am Meer: Seit World of Warcraft die Online-Welt vor nun fünf Jahren gehörig umgekrempelt hat, versuchen sich immer mehr Entwickler an der Umsetzung diverser Fantasy- und Science Fiction Stoffe.
Gala Networks Europe (in Deutschland: Gpotato) hat sich jetzt die Rechte am russischen “Rage of Mages” gesichert. Der erste Teil erschien bereits 1998 als damals noch mutige Mischung aus RPG und RTS auf dem PC – in Russland hörte das Ganze auf den Namen “Allods: Sealed Mystery“. Produziert wurde das Ganze von Nival Interactive (Blitzkrieg, Silent Storm, Heroes of Might & Magic 5), der zweite Teil kam über Monolith Productions in den Westen.
Mehr als zehn Jahre später bringt es der für europäische Spieler an einigen Stellen seltsam befremdlich wirkende Kosmos zum Online Rollenspiel: Seit dem 17.02. läuft die Open Beta und lädt die Spieler in die kosmisch-verrückte Welt von Allods Online ein. Das Spiel folgt dabei dem Trend der Free-MMORPGs – nach dem Download der ca. 2,5 Gigabyte schweren Datei fehlt nur noch die Angabe von email, Nutzername und Passwort, bis man vollkommen kostenlos einsteigen kann.
Dabei gibt sich die Open Beta erstaunlich flüssig und fehlerlos: Trotz einer erstaunlichen hohen Anzahl aktiver Spieler gerät das Spiel an kaum einer Stelle ins Stocken. Doch fangen wir am Anfang an: Der Charaktererstellung!
Bereits hier zeigen sich zumindest optisch große Unterschiede zur breiten Fantasy-Konkurrenz: Die Aufteilung in “Gut gegen Böse” (bzw. “Allianz gegen Horde” oder “Ketchup gegen Majo”) wird hier ebenso aufgegriffen, wie zwei unterschiedliche Startpunkte für die Spieler von Liga und Imperium. Beide Parteien gliedern sich in jeweils drei unterschiedliche Rassen auf:
Liga-Befürworter greifen zurück auf Kanians (Menschen), Elfen (inklusive wenig schmuckhafter Flügel) und Gibberlings. Letztere sind übrigens mein Favorit: Die drei kleinen Wesen sind eine Mischung aus Bär und Panda und spielen sich wie ein einziger Charakter – dafür darf man jeden Gibberling einzeln anpassen und mit einem Namen versehen.
Auf imperialer Seite finden sich die fiesen Orks (ziemlich groß und ziemlich böse), die unaussprechlichen Xadaganians (böse dreinblickende Menschen) und die unheilige Verbindung aus organischem und technischem Material in Form der Arisen.
Rein optisch gibt es hier nichts zu meckern – jede Rasse hat eine Vielzahl an verschiedenen Variationen aufzuweisen und ist mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Einzig die Elfen dürften für viele europäische Spieler dank der kitschigen Flügel eine Spur zu tuntig sein.

Die Goblin Wirte geben Euch Ruhe vom Abenteuerstress - eine Art umgekehrter Erholungsbonus für WoW-Kundige.
Auch die Klassenwahl gibt sich beinahe durchgehend klassisch, verwirrt Neulinge jedoch aufgrund verschiedener Namen für jede einzelne Rasse: So heißt der Krieger der Kanians “Champion”, während die Gibberlings als “Wächter” durch die Welt ziehen. Insgesamt wartet das Spiel mit acht verschiedenen Klassen auf: Krieger, Heiler und Magier sind alte Bekannte, Späher sind Fernkämpfer, Psioniker greifen auf fiese Geisteskontrolle und magische Angriffe zurück.
Behüter haben einen netten Sidekick dabei (Gibberlinge ein Eichhörnchen, Kanians einen Bären) und Beschwörer vereinen sich gerne mit unheiligen Kreaturen und Mitteln. Bleibt noch der Paladin, der auf der guten Seite als Templer oder Kreuzritter und auf der bösen Seite als Plünderer und Rächer unterwegs ist. Genug Auswahl ist also definitiv gegeben.

Das Interface ist aufgeräumt und dürfte Spielern anderer MMOs schnell bekannt vorkommen. Nur das Fehlen einer Karte fühlt sich anfangs seltsam an.
Gestartet wird das Spiel in einer instanzierten Zone. Will heißen: Ihr seid erstmal vollkommen auf Euch allein gestellt. Dank eines charmant präsentierten Tutorials sind die ersten Level schnell erledigt, wichtige Kniffe wie Bewegung, Inventar und Aufleveln lernt im Vorbeigehen.
Angekommen (oder besser: Bruchgelandet) auf dem Kanischen Archipel zeigt sich jedoch schnell die Quest-Verwandtschaft zu den großen Vorbildern: Pflückt Beeren, tötet Schlangen, sammelt dies und sammelt das. Dank funktionierender und eingängiger Steuerung weiß das Kampfsystem zwar zu gefallen, einen Innovationsbonus kann Allods Online jedoch nicht für sich erobern.
Ganz anders sieht’s auf visueller Seite aus: Mit hochgeschraubten Einstellungen (leider “nur” bis 1680 mal 1050) wirkt das Spiel ausgesprochen hübsch: Wenn dann noch jede Menge der knuffigen Gibberlings durcheinander hüpfen, während die letzten Sonnenstrahlen über das grell-grüne Waldgebiet huschen, fühlt man sich schnell zu Hause.

Weiter geht’s ins erste Lager – hier gibt’s Quests en masse im benachbarten Twilight Forest und der Sparkshore. Womit wir gleich zu weiteren zwei Besonderheiten kämen: Die Landschaften fliegen frei im Weltall und haben so eine natürliche Grenze durch steil abfallende Klippen ins sprichwörtliche Nichts.
Und Nummer Zwei: Das Spiel ist noch immer nicht ganz eingedeutscht, sowohl Gebiete wie auch NPC-Dialoge sind ein munterer Mischmasch der Sprachen. Wer den Turmbau zu Babel bereits während World of Warcraft kennenlernen durfte, weiß zu welchen Problemen so etwas führen kann – “Undercity vs Unterstadt” ick hör dir trapsen!
Nach einigen Quests, dem ersten Elite-Gegner samt erstem Raid und den ersten Emote-Überraschungen (gebt mal als Gibberling “/flex” ein!) gipfelt der Vorspann in der ersten Reise durch den Weltraum. Die Weltraumschiffe sollen vor allem später im Mittelpunkt des Spiels stehen – samt zünftiger PVP-Gefechte von Bord zu Bord. Da ich persönlich auf Luftschiffe stehe (Skies of Arcadia sei dank!), gibt vor allem dieses Feature Grund zur Vorfreude.
Bis Level 10 konnte ich davon jedoch noch nichts sehen: Die Reise gipfelt in dem genial gestalteten Anfängergebiet der Liga samt opulenter Hauptstadt Novograd. Leider stellt sich das Spiel Questmäßig schnell auf Gewohnheitskost um – lustige Aufgaben wie Blumen verschenken oder Mehlsäcke tragen wechseln sich mit öden Suchquests (“Markiere Bäume im Wald… WTF??) ab.
Außerdem merkt man der Beta noch an, dass ein paar Quests mehr dem Spiel gut tun würden – so beschränkt sich der Spielfluss schnell auf das Hin- und Hergerenne zwischen Hauptstadt und Umland – Questknotenpunkte wie in World of Warcraft sind in meinem frühen Levelstadium noch kaum auffindbar.
Ebenfalls gewöhnungsbedürftig: Die Levelgeschwindigkeit fällt ab Level 7 rapide ab. So ziehen sich Aufgaben wie Bären töten (dank überbevölkerter Startgebiete keine leichte Aufgabe!) und “Bienenwaben suchen” unnötig in die Länge.

Dieser kranke Gibberling braucht Eure Hilfe und schickt euch nach einer längeren Questfolge zum ersten Elite-Gegner: Der "Seele"!

Murlocs bei Allods Online? Diese Fischmenschen verzichten auf's "MrglMrgl" und sind recht friedliche Zeitgenossen.
Letztendlich kann ich nur allen, welche auf Online-Rollenspiele stehen, raten einen Blick zu riskieren – immerhin kostet es nichts! Dazu kommt, dass der Ingame-Itemshop “noch” nicht aktiviert ist, und man deswegen von nerviger “Kaufe ein süßes Gibberling Kostüm für nur 500 Rubine aka 50 Cent” – Werbung verschont bleibt. Alleine die putzigen Gibberlings, welche Ihr auf den Fotos dieser Seite mehr als einmal sehen dürft, lohnen den kleinen Ausflug!
















mann muss dort viel lvln und nen beruf lernen dann ist hin und wieder was neues dabei
Spiele jeden Tag Allods Online, auch wenn es wie eine Kopie von WoW ist, aber dennoch ist es kostenlos. Kann das Spiel Allods Online nur empfehlen.