Retro-Moment der Woche (Numero 3): Mashed

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Gute Vierspieler-Simultan-Games sind heute eher die Seltenheit – vor allem wenn es um das Rennspiel-Genre geht (Blur und das aktuelle Mario Kart mal außen vor gelassen – die beiden rocken auch im Splitscreen!).

Eine beinahe vollkommen ausgestorbene Gattung von Fun-Racern ist das Top-Down-Rennspiel – die Titel, in denen die Kamera nicht hinter dem Fahrzeug klebt, sondern das komplette Geschehen aus der Vogelperspektive zeigt. Jetzt werden viele „Yeah, Micro Machines!“ schreien, aber auf die Codemasters-Serie will ich an dieser Stelle nicht eingehen.

Mein absolutes Lieblingsspiel wenn es um einen geselligen Abend mit Kumpeln geht hört auf den Namen „Mashed“ , kommt von Empire Interactive (die Jungs hinter dem Klassiker Speedball, dem tollen Grafik-Adventure Dreamfall: The Longest Journey und der absoluten Trash-Perle Big Mutha Truckers) und hat „erst“ sechs Jahre auf dem Buckel – für einen Retro-Moment ist es also noch recht frisch!

Es ist verdammt schwer einen vernünftigen Trailer zum Spiel zu finden, deswegen müsst Ihr Euch leider erstmal mit diesem Video hier begnügen:

Erschienen ist Mashed im März 2005 für Xbox und Playstation 2, eine PC-Version kam ebenfalls in Umlauf. Außerdem gibt es verschiedene Versionen des Spiels – „Drive to Survive“ ist die klassische Version, eine spätere Ausgabe erschien unter dem Namen „Fully Loaded“ und kam mitsamt verbesserter Grafik, schnelleren Ladezeiten und einigen Extras in die Läden. Dennoch würde ich jederzeit die erste Iteration empfehlen – der Nachfolger hat mir eine Prise zuviel „Neon“ und lässt den Charme der unberührten Version vermissen.

Von einem erfolgreichen Videospiel kann man so oder so nicht reden: Mashed ging schneller unter, als die Titanic nach dem freundschaftlichen Bug-Schlag mit dem Eisberg. Die Bewertungen in der Presse waren bestenfalls durchschnittlich, der Verkauf unterirdisch schlecht.

Und dennoch: Erst letztes Wochenende haben wir Mashed zusammen mit den wohl fettesten Gamepads der neueren Videospiel-Geschichte herausgekramt und sind mit Vollgas über den gefürchteten Polarkai gebrettert. Das Spiel selbst hält sich übrigens erstaunlich dicht am Micro Machines Vorbild: Wer zuerst aus dem Bildschirm „herausfährt“ kassiert Gewinnpunkte, der letzte Fahrer dagegen erhält Minuspunkte. Nach einer bestimmten Anzahl von Punkten steht der Gewinner fest.

Dazu kommen natürlich fiese Extrawaffen wie Raketen, Mörser, Minen und Nitro – sicher nichts, was heutzutage noch einen Kreativpreis gewinnen würde. Und auch die Optik der 15 Strecken schwankt zwischen gräßlich, über gräßlich häßlich bis hin zu „Ja, kann man gerade noch so hinnehmen.“

So, und jetzt erklär mir mal bitte jemand, warum ich das Spiel in den letzten fünf Jahren IMMER wieder auspacke um es in trauter Vierer-Runde mit Freunden zu zocken? Was sind Eure liebsten Gurkenspiele, die an der Test-Front ordentlich abgeschmiert sind, aber bis heute für Euch persönlich als legendär gelten?

Mashed – Fully Loaded – mein Retro-Moment der Woche (und der letzten Jahre!).