Halloween Special: Die Nacht der untoten Nerds

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Nebelschwaden ziehen durch die düsteren Gassen paranoid geprägter Großstädte, während meiner einer von einer Straßenlaterne zur nächsten rennt, um seine Lebensenergie im hellen Licht aufzufüllen. Plötzlich heult in weiter Ferne ein Wolf, ich zucke zusammen und fange an zu sputen, vorbei an einer Bande Affen mit Banjos und einem gigantischen, singenden Scheißhaufen. Je weiter ich laufe, desto dichter wird der Nebel (N64-Shooter-GALORE), desto schwerer werden meine Schritte, desto schriller rast mein Atem durch die schmerzenden Lungenflügel.

Plötzlich pralle ich gegen eine unsichtbare Wand, breche mir dabei die Nase und sacke zu Boden. Wenn ich diesen Level-Designer erwische, werde ich ihm die Eingeweide herausreißen und als Halsschmuck um seine Gurgel drehen! …hinter mir ein Knurren. Der Nebel verschwindet. Das Grauen, der Tod, das unbeschreibliche Ungeheuer aus der Hölle… Amaterasu? Bist du das?

Ja, es ist wieder Zeit für Halloween, gruselige Texte, Kunstblut, fiese Monster… und nervenzerfetzende Sounds aus der Welt der Videospiele! Mit Hilfe von dem weißen Wolf über mir, habe ich mich quer durch die Geschichte der Videospiele gegraben, um einige der Songs für Euch herauszufinden, welche mir im Leben schon mehrere Schauer über den Rücken gejagd haben.

Natürlich wäre es langweilig, wenn ich hier nur die bekannten Soundtracks aus der Welt der Horrorspiele auflisten würde – deswegen folgen gleich zu Beginn einige Vertreter aus eher „süßen“ Spielen – süß wie Halloween-Süßigkeiten! Der erste Tipp kam gleich von Ameterasu selbst – doch hört selbst!

Der nächste Song hat uns bereits alle durch diverse Mario-Spiele begleitet: das sagenumwobene „Ghost House Theme“ aus Super Mario World! Brrrr.!

Die neue Version aus Super Mario Bros. Wii kann sich übrigens ebenfalls hören lassen und lässt Euch auf offener Straße öfters mal paranoid nach hinten schauen. Man weiß ja nie, welche kleine, weiße und furchtbar knuddelige Gespenster-Sau sich da wieder anschleicht um Euch die Pilze aus der Tasche zu klauen.

Das Geisterhaus Theme gehört übrigens seit Super Mario World fest zur Serien-Tradition – sogar Super Mario Galaxy 2 bekommt seine eigene Variante, welche sich sehr am Original orientiert. Die meiner Meinung nach beste Version könnt Ihr hier hören.

Verweilen wir etwas in der seligen 16-Bit Zeit und wenden uns den Grauen im Weltraum zu! Nachdem Filme wie die „Alien“-Saga im Fernsehen auf und abliefen, wurde die düstere Kosmos-Thematik zu einem meiner liebsten Spiele-Settings. Kein Wunder dass Super Metroid fortan meine Spielecharts anführte… und das Titel-Thema klimpert noch heute mit eisigen Fingern über mein Rückrat und friert mir meine Eier ein. Brrrrr!

Und wo ich gerade die Alien-Saga angesprochen habe (mit der Frau, deren Vorname ich noch immer nicht ausschreiben kann, ohne ihn zu googeln) – wie wär es mit dem düsteren Soundtrack von Alien 3?

„Soundtrack“ ist dabei eher singulär zu verstehen, denn das wirklich gruselige an diesem Song: Er wiederholte sich die ganze, verdammte Zeit! Wie man ein Spiel mit nur „einem“ Song auf Dauerloop programmieren kann, ist mir bis heute ein Rätsel – am Ende war das Lied dermaßen gut verinnerlicht, dass man mitschunkeln konnte!

Dafür ergaben die restlichen Soundeffekte (allen voran das verzweifelte „Help!“ der Gefangenen) einen – zumindest für damalige Verhältnisse – einmaligen Soundmix.

Wenn es um aktuelle Science Fiction Titel geht, steht zumindest bei mir Dead Space ganz weit vorne in der „Oh mein Gott, dreh die Anlage leiser, ich bekomme noch ’nen Herzkaspar!“-Liste. Derart brutal abgemixte und druckvolle Horror-Soundtracks gibt es meiner Meinung nach bis heute in keinem anderen Videospiel. Besonders hervorstechen tut natürlich die spezielle Creepy-Variante des süßen Einschlafliedes „Twinkle, Twinkle Little Star“ – kurz vor dem Einschlafen sollte man DIESE Version jedoch besser nicht hören! Licht aus, Musik an!

Der Song hat übrigens eine sehr lange Geschichte, welche sich bis ins 18. Jahrhundert zurückzieht. Der Text basiert auf einem englischen Gedicht von Jane Taylor (1806), die Melodie stammt aus dem französischen „“Ah! vous dirai-je, Maman“ (1761). Und falls Ihr Euch zu Weihnachten fragen solltet „He, die Melodie kenn ich doch?“, dann hört Ihr wahrscheinlich gerade „Morgen kommt der Weihnachtsmann“.

Zurück aus volkstümlicher Musikgeschichte in die Welt der Videospiele! Dem kleinen Wonneproppen Link und seinen zahlreichen Versuchen die Prinzessin vor Ganon zu retten sieht man zuerst kaum an, dass sich in der Serie einige der wohl seltsamsten und beunruhigsten Melodien der Videospielgeschichte befinden. Klar, Horror wirft zunächst nur solche Erinnerungen wie Resident Evil oder Silent Hill wach. Aber Zelda und Link?

Als kleiner Junge spielte ich gerne abends im Bett mit meinem… ja, richtig, mit meinem Gameboy! Und Link’s Awakening gehörte zusammen mit dem legendären (und elektrisierenden) Kondom-Witz zu jeder nächtlichen Session dazu. Bis ich den Eagle Tower betrat… spätestens hier war Schluss mit lustig. Verstörend. Böse. Gar nicht lustig!

Bis heute hat sich die Soundphilosophie hinter der Zelda-Reihe kaum gewandelt – schon Majoras Mask auf dem Nintendo 64 bot gleich haufenweise gruselige Melodien. Selbst das aktuelle Twilight Princess hält sich diesbezüglich nur wenig zurück.

Eher wenig Grusel verbindet man mit der Earthbound-, bzw. Mother-Serie, welche es bis heute immer nur über Umwege nach Deutschland geschafft hat. Wer es bis zum fiesen Giygas-Boss geschafft hatte, wurde mit einem Song konfrontiert, den Satan angeblich selbst in seiner höllischen Playlist auf- und abhört.

Kommen wir endlich zu den lange überfälligen Klassikern der virtuellen Horror-Geschichte: Die Mondscheinsonate (alias „Klavierrätsel“) aus dem ersten Teil der Resident Evil Saga! Die Komposition von Ludwig van Beethoven (von 1801, angeblich nur geschrieben um mit Giulietta Guicciardi ins Bett zu hüpfen) kannte ich selbst als kleiner, pseudo-intellektueller Jugendlicher – aber in einem düsteren Raum mit Zombies im Rücken? Absolutes Neuland und Horror pur!

Viele werden jetzt schreien: „Und wo bleibt Silent Hill?“. Nun, um ehrlich zu sein: Viel unheimlicher als jeder Track der Serie war für meiner einer schon immer das schrille Rauschen des Radios. Zum Glück höre ich heutzutage nur noch Internet-Radio, denn dieses Spiel hat mir jeglichen Spaß am entspannten Radiohören abgenommen. Wer den Horror nochmal selbst erleben will, spult das nachfolgende Video bis 1:15 vor!

Kommen wir noch zu zwei persönlichen, eher unbekannten Songs, welche das Prädikat „Wo ist meine Mami?“ redlich verdienen. Fangen wir mit der Playstation-Version des Klassikers  Doom an. In dieser Fassung war ein ganz besonderes Level versteckt, dessen recht spezielle Musik mir damals einen Schauder nach dem nächsten über den Rücken gejagt hat. Obwohl… eigentlich ist dies heute auch noch so!

Greller Techno, zusammen mit Augenlicht-gefährdenden Lichteffekten, geradewegs aus einem Dancefloor-Tempel der Hölle? Definitv meine Nummer 1 wenn es um schockierende Videospiele-Songs geht!

Mein zweiter Geheimtipp stammt aus einem weiteren Super Nintendo Klassiker – und ist vor allem deswegen in Erinnerung geblieben, weil ich dieses Level einige millomilliardenmal zusammen mit meinem Bruder gezockt habe. Ziel war es vor einem verrückten Kettensägen-Schlächter wegzurennen und dabei soviele Nachbarn wie möglich aus dem Level zu retten. Ich präsentiere stolz: Das Chainsaw Hedgemaze Mayhem Theme aus Zombies ate my neighbours.

Euch allen ein spaßiges Halloween-Wochenende! Und wenn Ihr selbst noch einige Creepy-Songs auf Lager habt, dann immer her damit!

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