3DS: Ausgepackt und angezockt

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Neben dem ganzen 3DS Kram haben wir uns übrigens noch Okamiden und Pokémon Schwarz gegönnt. Ooooh Pokémon!

Neben dem ganzen 3DS Kram haben wir uns übrigens noch Okamiden und Pokémon Schwarz gegönnt. Ooooh Pokémon!

Endlich hat es Nintendos neuester Handheld-Streich auch in unseren Haushalt geschafft – und um gleich etwas Atmosphäre aus unserem Wohnzimmer wiederzugeben: „Ludwig! Komm her! Nein! Ludwig, sitz! Ludwig Pfote!“ Nina schreit hier durch die Gegend, als würde tatsächlich ein Hund namens Ludwig im Wohnzimmer hocken – übrigens eine schwarz weiße, französische Bulldogge mit üblem Pippi-Drang.

Preislich konnten wir den 3DS bei Media Markt in Düsseldorf (Bilker Arkaden) für 222 Euro mitnehmen. Nicht dass der 3DS dort groß beworden wurde – die wenigen Spiele gingen neben den normalen DS-Games beinahe vollkommen unter, der Handheld selbst lag zusammen mit anderen auf einem seperaten Einpacktisch – wohlgemerkt um 14 Uhr nachmittags. Von einigen Spielen wie Ridge Racer war nichts zu sehen – sie wurden schlicht nicht bestellt oder geliefert. So verkauft man keine neuen Produkte.

Ich bin noch immer gespannt, wielange die 222 Eure ihre Gültigkeit behalten – spätestens nächste Woche sollte sich aber der „Normalpreis“ von 249 Euro durchsetzen und erstmal beständig bleiben (immerhin sind Preise zu Nintendo Produkten preisstabil wie nichts anderes auf dem Markt). Viele der aktuellen Spiele gibt es am günstigsten bei amazon.de – dank amazon Prime konnten wir heute noch Super Street Figher 3D und das neue Nintendogs aus der Packstation fischen (gestern geordert).

Kommen wir zuerst zum Gerät: Die Farbe Aqua Blue funkelt wie eine Perle aus einem schwülstigen Disney-Streifen und gefällt mir optisch sehr gut – dank der unterschiedlichen Farbgebung zwischen dem oberen und unteren Screen lässt sich darüberhinaus entspannter im 3D-Modus spielen (beim schwarzen 3DS sind beide Teile schwarz gehalten). Größtes Problem wie schon bei zahlreichen Vorgängern: Die Glossy-Oberfläche zieht Fingerabdrücke magisch an – nach nur wenigen Runden solltet Ihr ein Brillenputztuch oder ein Stück Tageszeitung zum Abwischen parat halten.

Die Akkulaufzeit ist tatsächlich so bescheiden, wie es von Nintendo offiziell verkündet wurde: 3 bis 5 Stunden und der Akku schreit nach Strom – was zumindest bei unseren Tests bisher nicht weiter schlimm war, schließlich bin zumindest ich persönlich eher der Sofa-Zocker – und da ist eine Steckdose immer in der Nähe. Schwieriger wird die Planung für unterwegs: Dank Street-Pass und Internet-Gedöns solltet Ihr unbedingt darauf achten mit voll aufgeladenem 3DS aus der Tür zu stapfen – sonst seht Ihr Euch unterwegs schnell zwei schwarzen, garantiert nicht dreidimensionalen Monitoren gegenüber.

Ebenfalls erwähnenswert sind die Spielereien, welche bereits auf dem 3DS vorinstalliert sind. Besonders beeindruckend ist die Möglichkeit 3D-Fotos zu schießen – die pixeligen Machwerke können zwar bestimmt nicht als Dektophintergrund herhalten, aber der Effekt ist absolut genial und lässt schon jetzt auf die Zukunft der 3D-Fotografie hoffen.

Die restliche Verarbeitung ist super: Allen voran der neue Analogstick hat es mir angetan. Eine deutliche Verbesserung zu allen bisher erschienenen Handheldvarianten. Einige Zocker beschweren sich über den wackeligen Klappmechanismus – die obere Klappe hat jedoch absichtlich etwas mehr Spielraum bekommen, um etwaigen, mechanischen Schäden vorzubeugen (stellt Euch einfach Schalldämpfer für die Hosentasche vor). Mich störts nicht.

Wer sich wundert warum die 3DS-Verpackung gefühlte 100 Kilo wiegt: Nintendo hält im Gegensatz zu EA und Activision scheinbar noch große Stücke auf epische Anleitungen – und ebendiese liegt im (mehrsprachigen) Telefonbuchformat dabei.

Jetzt kommt natürlich die obligatorische Frage:

Wie ist der 3D-Effekt? Wie spielt es sich auf dem 3DS?

Hier kann ich Euch nur antworten: Probiert das Gerät selbst aus. Niemand da draußen kann die grandiose Tiefenwirkung gut genug mit Worten beschreiben – man muss es einfach selbst sehen (was nicht zuletzt ein genialer PR-Schachzug von Nintendo ist).

Ganz wenige Menschen beschweren sich darüber kein 3D sehen zu können – und ja, da ist tatsächlich was dran, denn nicht jeder Nutzer kommt mit der dreidimensionalen Darstellung zurecht. Wenn Ihr schon im Kino Probleme damit habt, solltet Ihr vorher unbedingt Probezocken – was bei dem Preis von 250 Euro aber sowieso zur Kaufentscheidung dazu gehören sollte.

Meine persönliche Meinung:

Der 3DS ist nicht einfach „nur“ ein grandioser Handheld mit 3D-Gimmick. Nein, er lässt mich tatsächlich mal wieder nach Atem schnappen, lässt meine Kinnlade regelmäßig auf den Boden klappen, jagd mir wohlige Schauder übers Rückrat.

Kurz: Der 3DS ist tatsächlich das geworden, was zuletzt die Playstation und der Nintendo 64 für mich geschafft haben: Eine vollkommen neue Spielerfahrung. Und das sage ich mit dem Hintergrund gute 3 Stunden über die Strecken von Ridge Racer 3D gerast zu sein – beileibe kein (im klassischen Sinne) innovatives Spielerlebnis.

Verbunden mit der dreidimensionalen Tiefenwirkung und den vielen „Gimmicks“ (3D-Fotos schießen, Face Raiders, Augmented Reality Spielchen) ist der 3DS vor allem eines: Der nächste Schritt in die Zukunft. Und ein wichtiger Schritt obendrauf. Wer 3D-TVs bislang belächelt hat, wird sich schnell klar darüber, welche Vorteile 3D für die Zukunft bereithält – wenn (ja, wenn!) wir keine überteuerten Plastikbrillen aufsetzen müssen, um den Effekt zu erleben.

Ordnet in Eurer Fantasie schon einmal Euren PC-Desktop dreidimensional an – mehr Platz für noch mehr Schrott!

Die Spiele:

Ridge Racer 3D

…konnte ich bislang am längsten austesten. Kurz: Es gefällt mir außerordentlich gut und erinnert mich sofort an glorreiche Playstation Zeiten. Was nicht zuletzt daran liegt, dass zahlreiche alte Strecken in 3D sooooviel bessser kommen. Darunter der legendäre Kurs aus Ridge Racer, die Strandpromenade aus Ridge Racer Revolution und zahlreiche Strecken aus Rage Racer. Selbst die drei brandneuen Strecken können sich sehen lassen und peppeln die Kursanzahl auf insgesamt 15 auf (30, wenn man die Rückwärts-Varianten hinzuzählt).

Kleine Kritik am Rande: Wer das Spiel pausieren will, bricht sich unweigerlich den Arm. Der Start-Knopf des 3DS sitzt dermaßen ungünstig, dass man ihn nur schwer mal „nebenbei“ drücken kann. Das gleiche gilt für die Lautstärkeregelung – während eines Rennens ein Ding der Unmöglichkeit. Pfui!

Ansonsten nach ersten Eindrücken: Langzeitmotivation dank zahlreicher, freispielbarer Inhalte. Viele Strecken. Toller Soundtrack (inklusive einiger „Klassiker“). Fantastisches 3D-Feeling. Kaufen!

Nintendogs

Kaum mehr als einen kleinen Blick auf die neuen Hunde konnte ich bislang nicht erhaschen. Nina bringt ihrem „Ludwig“ eifrig neue Tricks per Mikrofon bei („Sitz! Pfote!“) und hat mich auf die erste Runde Gassi gleich mitgenommen. Kurz: Der Hund ist extrem fluffig und lässt selbst härteste Männerherzen vor Grinse-Charme bröckeln. Wenn Ihr auch nur einen Hauch von Tamagotchi-Fan in Euch wiederfindet, solltet Ihr hier unbedingt zugreifen!

Super Street Fighter 4 3D-Edition

Nachdem ich das Spiel bereits zweimal in freier Natur antesten durfte, kommt das Spielgefühl im stillen Kämmerchen daheim nochmal eine ganze Spur besser. Der 3D-Effekt ist ordentlich und grafisch gehört das Spiel ohnehin zur Elite im Start-Line-Up. Dazu erwartet Euch soviel Inhalt für’s Geld, dass Ihr über Monate mit dem Titel Euren Spaß haben könnt.

Positiv hervorheben möchte ich an dieser Stelle nochmal, dass man Special-Moves jetzt mit einem Fingerdruck über das Touchpad aktivieren kann – selbst Ultra-Combos gehen so einfach von der Hand. Street Fighter Profis mögen jetzt die Nase rümpfen – aber meiner Meinung nach lässt es die Gefechte noch eine ganze Spur taktischer (und auch fairer!) werden.

So müsst Ihr Euch im Kampf gegen japanische Dauerzocker nicht mehr den Daumen auskugeln um eine Chance zu sehen – und natürlich gilt auch „Gleiches Recht für Alle!“.  Für mich eine der besten Erweiterungen des Street Fighter Kosmos aller Zeiten (und ja, ich kann auch „so“ einen Ultra Combo hinlegen).

Für einige Hardcore-Profis jedoch eventuell zuviel des Guten – gibt dem Spiel dennoch eine Chance! Und wer noch nie ein Street Fighter gespielt hat – greift erst Recht deswegen zu! Ihr werdet es nicht bereuen!

So, ich bin jetzt wieder auf’m Sofa! Fragen einfach als Kommentar hier drunter packen, ich antworte Euch gerne 😉