Brink im Testchaos

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Dass Spiele-Tests letztendlich auch nur auf Einzelmeinungen diverser Redakteure beruhen, ist wohl kein Geheimnis mehr – umso mehr verwundert es, dass Prozentangaben wie „Grafik – 83 Prozent, Sound – 82 Prozent, Spielspaß 86 Prozent“ die letzten 20 Jahre in vielen Testmedien überdauert haben. Das es Abweichungen gibt ist also selbstverständlich – aber was Brink gerade durchmachen muss, ist definitiv NICHT normal.

Wer nicht weiß, wovon zum Geier ich hier rede: Brink ist der neue Mehrspieler-Shooter von Bethesda Softworks, entwickelt von Splash Damage (Enemy Territory: Quake Wars). Ich habe das Spiel in den letzten Wochen mit einigen Trailern und Kommentaren begleitet – und mich mit einer Vorbestellung zurückgehalten, bis die ersten Tests erscheinen sollten. Gucken wir mal was die Fachpresse so sagt – auf die kann man sich ja meist verlassen.

Fazit: Pustekuchen.

Hier einige ausgesuchte Wertungen zu Brink:

IGN vernichtet den Titel mit einer erschreckenden 6,5, Gamespot geht sogar noch tiefer und drückt Brink eine 6,0 auf. Irgendwo in der Mitte kommt das Video Review von gametrailers.com daher – das Ergebnis: 7,9. Am anderen Ende der Richterskala feiern die Jungs von Gamers.at das Spiel mit 85 Prozent. Der deutsche Print ist noch außen vor, online veröffentlichte GamePro eine Wertung von 76 Prozent für den Mehrspieler-Modus (wohlgemerkt nur Xbox 360, PS3 Jungs müssen noch auf das PSN warten), sowie eine Einzelspieler-Wertung von lauwarmen 68 Prozent.

Die wichtigsten Kritikpunkte betreffen in Teilen die K.I. Eurer Gegner und Team-Kollegen, einige unschöne Grafikprobleme (Texturnachlader), sowie letztendlich der komplexe Spieleinstieg. Außerdem sollen die acht beigepackten Karten zwar grandios gestaltet sein, jedoch… sind es halt „nur“ acht Karten. Nicht wirklich viel, wenn man daran denkt, dass Brink mit dem Mehrspielermodus im Fokus programmiert wurde – riecht ein wenig nach zukünftiger Download-Abzocke.

Am erstaunlichsten sind die Kritikpunkte (wenn sie denn wahr sein sollten, was anhand der doch recht vielen, negativen Reviews zumindest wahrscheinlich erscheint), wenn man diese mit der doch recht langen Entwicklungszeit vergleicht: Ursprünglich sollte Brink bereits im Frühjahr 2010 erscheinen. Seltsam, dass sich dann doch noch einige „Anfänger“-Fehler ins Spiel geschlichen haben. Für Splash Damage stehen die Karten jedenfalls denkbar schlecht.

Ich persönlich denke ja, dass man einem Online-Shooter erst nach zwei bis drei Wochen auf Live-Servern eine Wertung aufdrücken sollte. Aber das ist nur meine Meinung. Und wer mir jetz noch sagen kann, ob das Spiel wirklich so gut oder so schlecht sein sollte, dem garantiere ich an dieser Stelle gleich meine endlose Dankbarkeit ;-D