Angespielt: „Lucha Fury“ und „Trenched“

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Diese Woche erschienen gleich zwei Titel auf Xbox Live Arcade, welche wohl den wenigsten Zockern da draußen etwas sagen dürften. Zumindest bei ersterem ist das auch nicht weiter schlimm – dabei ist der erste Eindruck vom bunten 2D-Scroller Lucha Fury durchaus positiv.

Bevor Ihr weiterlest noch kurz die dringende Info: Ich habe „nur“ die Demos der Spiele angezockt und kann deswegen nur einen kurzen Ersteindruck geben. Dies hier ist kein Test!

Schrille Charaktere in Form von mexikanischen Wrestlern (inklusive sexy Mädel und Dickwanst), charmante Ideen und eine krude Story rund um entführte Energy Drinks, ansehnliche Comic-Grafik mit Trend zu schrillen Farben UND natürlich ein waschechter 4-Spieler-Couch-Coop Modus zum launigen Gegnerkloppen mit vier Freunden. Hört sich doch alles prima an?

Wenn… ja wenn da die ganzen Kleinigkeiten nicht wären, welche Lucha Fury auf den zweiten Blick deutlich absacken lassen. Die Spielbarkeit ist zwar gegeben, lahmt aber an zu langsamen Charakterbewegungen und geringem Schlagfeedback – äußerst negativ für einen 2D-Prügler. Viele Gegner lassen sich auf dem ersten der beiden Schwierigkeitsgrade mit nur zwei Schlägen zerpflücken – außerdem mangelt es besonders bei den Gegnern an Variationen, welche Euch auch mal etwas mehr fordern.

Der Rest ist alles schonmal gesehen – nur irgendwie auch alles schonmal BESSER gesehen. Obwohl die Hintergründe mit vielen Details begeistern, ist die Kamera (scheinbar auch in Hinsicht auf den 4-Spieler Modus) etwas zu weit vom eigentlichen Geschehen entfernt und verwehrt Euch im schlimmsten Fall die richtige Positionierung gegenüber den simplen und ewig gleichen Gegnerhorden.

Mangelhaftes Pacing gibt dem Titel meiner Meinung aber noch einen erheblich dickeren Tritt in die Cojones: Bereits beim Training in der Arena fragt Ihr Euch, wie lange diese Gegner jetzt wohl noch durchhalten, oder ob Ihr schlicht etwas falsch macht.

Während Ihr Euch beim Kampf vor einer mexikanischen Band noch über die Details freut (haut den Trompeter von der Bühne, schon spielen nur noch die Soundeffekte für Gitarre und Rassel), lassen die immer wieder neu spawnenden, ewig gleichen Gegnerhorden den Spielspaß wieder in den Keller fallen. Wieso kommen da immer mehr? Wann ist Schluss? Muss ich einen Schalter aktivieren?

Für mich ein Fall für die Tonne und keine Empfehlung. Und das sage ich, obwohl ich mexikanische Wrestler extrem cool finde und auf simple Buttonmasher stehe. Schade!

Titel Numero Zwo im XBLA-Programm der Woche: Trenched, der neue Titel von Double Fine (aka Tim Schafer). Hier schonmal der Trailer:

Wie Ihr bereits sehen konntet, erwartet Euch mit Trenched eine explosive Mischung aus Mech-Spiel (inklusive diverser Aufrüstoptionen) und einer dicken Prise Tower Defense. Tower Defense?

Wer das Genre noch immer nicht kennen sollte, dem will ich an dieser Stelle erstmal Defense Grid ans Herz legen – Tower Defense in Reinkultur sozusagen (erhältlich per Download für PC und Xbox 360). Um es kurz zu machen: Ihr kämpft nicht nur selbst gegen anrückende Gegnerhorden, sondern müsst diverse Stellungen gezielt mit verschiedenen Gerätschaften ausrüsten und aufmotzen, damit Ihr überhaupt eine Chance gegen Eure Feinde habt.

Trenched verbindet beides: Ihr stellt Waffengeschütze und „Verlangsamer“ um Euren Stützpunkt auf und nehmt das fiese Techno-Viehzeug gleichzeitig selbst in Eurem schweren Mech unter Beschuss. Mag sich öde anhören – aber der typische Double Fine Humor mit einer in sich geschlossenen Welt und einem Stil, der sich selbst über sämtliche Spielemente hinweg treu bleibt, begeistert von Anfang an.

Glaubt mir: Nach der Demo wollt Ihr mehr! Einzige Negativpunkte: Der mit 1200 Punkten gewohnt hohe Preis, sowie das (teilweise) mangelnde Trefferfeedback Eures Maschinengewehrs.

Leider gibt es scheinbar Ärger mit der Vermarktung hierzulande – so wurde Trenched nach kurzer Zeit wieder entfernt und ist momentan nur über den US-Marktplatz zu haben. Wer keine Lust hat 1200 Punkte auszugeben, dem kann ich übrigens noch Gatling Gears ans Herz liegen – der flotte Top-Down-Action-Shooter im Steampunk-Stil mit 2-Spieler-Couch-Coop kostet „nur“ noch 800 Punkte.