Battlefield 3 und Origin: Die Made im Speckmantel

Den wohl größten Kampf wird Battlefield 3 nicht auf virtuellen Schlachtfeldern austragen müssen, sondern bei der Wahl des Vertriebsweges und der insofern begründeten Kundenintegration: Schon seit Wochen ist bekannt, dass Battlefield 3 nicht über Steam angeboten wird, sondern die noch recht junge EA-Plattform Origin weiter pushen soll. Verständlich insofern, dass sich auch EA ein großes Stück vom Online-Kuchen abschneiden will.

Schlimm wird es erst, wenn man sich die Nutzungsbedingungen von Origin etwas näher ansieht: Gilt Steam auf Zocker-Stammtischen schon als mittelschwerer Datendieb, will EA zusätzlich noch die letzte, dreckige Unterhose von Eurer Festplatte schnüffeln. Oder um es präziser auszudrücken: Origin erfasst im Gegensatz zu Steam auch Daten von Programmen, welche absolut NICHTS mit Origin zu tun haben. Origin ist also nicht nur Gast auf Eurer Festplatte – der wenig charmante Partygänger durchwühlt Eure Regale und eckt gerne mal betrunken mit anderen “Gästen” an.

Zum Glück findet sich bei Steam immerhin die Möglichkeit diesen legalen Datenklau komplett abzustellen – Origin-Zocker hingegen bleibt diese Option verwehrt. Kurz: Origin ist noch immer sperrig, hungrig und schwer einzuschätzen – in aktuellen “Publisher XXX wurde mal wieder gehacked”-Zeiten sicher kein Freund, den man gerne auf seine Spiele-Party einläd.

Schon doof, wenn ausgerechnet NUR DIESER EINE Freund eine funktionierende Version von Battlefield 3 oder Mass Effect 3 auftreiben konnte. Ich persönlich bin einfach naiv und hoffe, dass Origin bis zur Battlefield 3 Veröffentlichung seine wilden Jugendjahre hinter sich gelassen hat und etwas “reifer” in die Zukunft starten kann.

Naiv… wie gesagt.

PS: Auch Käufer der DVD-Version kommen um einen Origin-Account nicht herum. Dickes Ding.