Das Daddel-Wort zum Sonntag (01.04.2012): Re!

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„Die Zeit rinnt mir durch die Finger: Nur noch bis Ende März 2012 habe ich Zeit für meine Magister-Abschlussarbeit, eine mündliche und eine schriftliche Abschlussklaur, sowie eine Hausarbeit – streng genommen müsste ich täglich – anstelle von Quests und Questmobs – Zitate und Literatur farmen. Von Kognitiver Hermeneutik über das kinder- und jugendliterarische Handlungssystem von Heinz-Heino Ewers, vom Video Game Theory Reader bis zu „More than a game“ von Barry Atkins – immerhin bleibe ich der verspielten Thematik auch in meinem Uni-Leben treu.“

Dies ist ein Absatz, der hier seit einem guten halben Jahr rumgammelt und der es „damals“ irgendwie nicht mehr zur Veröffentlichung geschafft hat. Rückblickend natürlich ein Satz, der mir ein dickes Grinsen auf’s Gesicht zaubert. Denn: Es ist vorbei. Es ist geschafft. Yippie-Ka-yeee und so. Darf ich vorstellen: die „Anwendung der kognitiven Hermeneutik auf Videospiele„, mehr als 200 Gramm schwer und knapp 100 Seiten lang:

Wer sich wissenschaftlich mit dem Thema „Videospiele“ befassen will, der darf sich in Zukunft auf jeden Fall gerne bei mir melden, denn mittlerweile habe ich beinahe ALLE wesentlichen, wissenschaftlichen Ansätze zu dem Thema gelesen.Von Ludology bis Narratology, von ästhetischen Abhandlungen über philosophische Fragen, vom (meist schwierigen) Vergleich zu Kino und Literatur, bis hin zur Feststellung, dass Videospiele trotz abermilliarden Pop-Zitate und Kontexte eben DOCH eine ganz eigene, kulturelle Form der Unterhaltung, aber auch des Umgangs miteinander sein können.

Jetzt wo die stressige Arbeitsphase vorbei ist, kann ich endlich wieder die Pforten zu diesem Blog hier öffnen, der (so behaupten einige) VIEL ZU LANGE abgeschaltet war (zumindest Inhaltstechnisch). Das bedeutet im Wesentlichen: Aktuelle Neuigkeiten, kreative Blogs, neues Japan-Zeux… und sicher viele Überraschungen, auf die Ihr Euch noch freuen dürft.

Dass der Blog bald wieder unter neuen Inhalten florieren soll ist kein April-Scherz – aber da wir heute den ersten April haben, versucht Euch die halbe Welt da draußen in selbigen zu schicken. Mal erbärmlich unkreativ und unlustig (*hust*), mal absolut Oscar-verdächtig. Und da ich für den April-Schrotz keinen eigenen Beitrag aufmachen will, führe ich Euch mal eben schnell an dieser Stelle durch die denkwürdigsten „1. April“-Momente:

Minecraft Papa „Notch“ (Markus Alexej Persson) nächstes Spiel hört auf den Namen Mars Effekt. Hier geht’s zum Fake-Internetauftritt.  Haha. Der war super! Naja, er war nicht schlecht. Er war erträglich. Naja, er hätte besser sein können. Er war ziemlich mau. Er war geradeaus zum Weglaufen. Oder eher: Er war mies, richtig mies.

Googlemaps fortan als 8-Bit Version, auch für’s NES. Definitiv mein persönlicher Lieblingsscherz dieses Jahr. Weil er FUNKTIONIERT und nicht nur rumgesponnen ist. Surfed mal hinter diesem Link vorbei (und klickt auf „Karte -> Mission“) oder schaut Euch das folgende Video an. Super!

Assassin’s Creed für Kinect? Ubisoft marktiert das Video recht deutlich als April-Scherz, für mich riechts allerdings mehr nach „He, lasst mal gucken was die Leute davon halten!“ PR. Trotzdem einige lustige Szenen drin, vor allem gegen Ende… und natürlich vor allem für Kenner des Videospiels.

Zurück von den Spinnereien des ersten Aprils zu einigen verpassten Themen der letzten Monate: Während meiner langen Abstinenz ist viel passiert im Videospiel-Land!

Der Winter 2011 / 2012 brachte einen HAUFEN an ausgezeichneten Videospielen, von denen ich bislang nur einen Bruchteil anspielen konnte. Zelda – Skyward Sword, Batman – Arkham City, Rage, SkyrimRayman Origins und viele weitere Perlen warten noch immer auf einen Spieler.

Double Fine Guru Tim Schafer löste mit einer kleinen Aktion auf kickstarter.com eine große Welle aus, welche die „eisern“ niedergeschriebene Beziehung zwischen Entwicklern und Publishern endlich aufweichen könnte: die öffentlichen Spenden für sein „Oldschool“-Adventure belaufen sich auf 3,45 Millionen Dollar, gespendet von gut 87.000 begeisterten Spielern.

Nur kurze Zeit später profitiert auch Entwicklerlegende Brian Fargo von dem Hype um Double Fine: Das vorgestellte Kickstarter-Programm zu Wasteland 2 (DER ursprünglichen Inspirationsquelle Numero Uno für die Fallout-Serie) steht mittlerweile bei knapp 1,9 Millionen Dollar… und es sind noch 15 Tage für Euch zum Spenden übrig! (Schnell HIER DEN LINK klicken!)

Die PSVita fand ihren Weg in die Regale… beinahe ohne jede Werbung oder PR. Dafür ist die „alte“ PSP nur noch schwer beim örtlichen Saturn oder Mediamarkt zu sichten… Ob sich der grafisch potente Wunderkasten trotz des ebenso potenten Preises tatsächlich für Sony rentieren wird, muss die Zeit zeigen.

Eines steht für mich persönlich schonmal fest: Sony MUSS die Preise für die Spiele deutlich nach unten korrigieren! Während ich die verlangten 50 Euro für große Hits wie Uncharted – Golden Abyss oder WipEout 2048 noch „ein wenig“ nachvollziehen kann, sitze ich vor einigen Titeln mit offenem Mund. Die Preisentwicklung der letzten Woche (siehe Amazon.de) gibt mir scheinbar Recht: Viele Titel kosten mittlerweile nur noch die Hälfte und selbst bei alten PSP Download-Schinken aus dem PSN scheint Sony ein Einsehen zu haben.

Der Download-Terror geht weiter: Publisher drücken ihre restriktive und Gebrauchtspielkäufer-feindliche „Online-Pass“ Politik immer weiter durch. Download-Content entwickelt sich immer weiter zur brutalen „Wir zocken Euch am Erstverkaufstag doppelt ab!“ Entscheidung der Publisher und Entwickler.

Letzte Beispiele für Videospiele, die einen grandiosen Haufen absolut enttäuschter (und schimpfwort-schimpfwort-schimpfwort-BÖSER) Fans generieren sind Street Fighter X Tekken, dem vorgeworfen wird (mal wieder) mehrere Kämpfer bereits auf der Disc zu haben, diese aber nicht frei zur Verfügung zu Stellen, sowie Mass Effect 3 und sein epischer Story-Content Fail, der im Nachhinein sogar noch vom „Ok, ok, Ihr bekommt ein neues Ende für die Trilogie!“ Einlenken übertroffen wurde.

Um es kurz und verständlich zu machen, die Forderungen sind einfach: Gebt den Fans das, wofür sie bezahlen. Und nein, Fans denken nicht dass sie für einen Service bezahlen. Zum Glück! Sie denken, dass sie für ein Spiel bezahlen! Ein hoffentlich FERTIGES Spiel ohne Bugs und Fehler. Und – noch wichtiger – ein VOLLSTÄNDIGES Spiel. Was in den letzten beiden Beispielen klar nicht der Fall gewesen ist.

Zweitens: Lasst Euch durch die (richtige und wichtige!) Diskussion um DLC und Bugs als Spiele-Entwickler nicht so verunsichern, dass Ihr jetzt denkt „die Fans haben immer Recht„. Besonders im Fall von Mass Effect 3: Ihr habt das Ende gestaltet, also steht verdammt nochmal dazu! Sowas schadet dem Image als Spiele-Entwickler mehr, als jedes für noch so schlecht empfundene Ende einer Trilogie.

Anstelle Euch nun die letzten Monate nachzutragen und einen auf dicke Hose zu machen, setze ich an dieser Stelle einfach mal einen Punkt und packe noch ein nettes Lego-Bild von League of Legends dazu (mehr Bilder hinter diesem Link!).

Nächste Woche folgt dann wieder ein „normales“ Wort zum Sonntag… und in den folgenden Stunden und Tagen geht’s ans eifrige Artikel-Publizieren, damit die Einstiegsseite meines Blogs nicht weiter mit einer Weihnachtsgeschichte und Neuigkeiten rund um Gears of War 3, Call of Duty: Modern Warfare 3 und Battlefield 3 aufmachen muss 😉

Euch allen einen guten Start in die Woche!

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