Sony angelt sich Gaikai

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Irgendwie lustig… während alle „Gerüchte“ vor kurzer Zeit (E3!) noch eifrig dementiert wurden, steht der 3DS XL mittlerweile vor der Tür (28. Juli)… und Sony gönnt sich für charmante 380 Millionen US Dollar Gaikai, den weltgrößten Service für Cloud-basiertes Zocken. Cloud-basiertes Zocken? Wer tatsächlich noch nie was von OnLive oder Gaikai gehört haben sollte, für den nochmal ein kurzes Abriss:

Ihr spielt Eure Software nicht mehr über die Konsole oder den Computer (bzw. die Hardware), sondern streamed ein Video, welches Euch die jeweilige Server-Struktur mit möglichst geringer Verzögerung generiert. Der Vorteil liegt auf der Hand: Ihr seid beinahe vollkommen unabhängig von extrem teuren Grafikkarten, dicken Prozessoren und RAM-Bausteinen… oder (etwas weiter gedacht) irgendwelchen neuen Konsolen.

Der Nachteil liegt leider auch auf der Hand: Physikalische Medien werden weiter in den Hintergrund gerückt, Spielepackungen streicheln und an „Anleitungen schnüffeln“ fällt weg. Hinzu kommt noch immer technischer Schluckauf: Die Verzögerung von Joypad- oder Tastatureingabe zu tatsächlicher Ausführung des Befehls kann für viele Spiele tödlich sein – ich denke da vor allem an Prügelspiele wie Street Fighter 4, bei denen jeder Frame von den Profis gezählt werden kann.

Was genau Sony jetzt mit Gaikai anfängt, liegt noch in den Sternen. Aber mit der nächsten Playstation Generation um die Ecke benötigt man sicher keinen Sherlock Holmes um die Zukunft von Download-Spielen vorauszusehen.

Kleines Detail am Rande: Gaikai wurde von David Perry in Holland mitbegründet. Er ist der kreative Kopf hinter den Klassikern Earthworm Jim, MDK und Messiah.

 

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