GRID 2 – Cockpit raus weil für’n Arsch

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So oder ähnlich könnte man den gewagten Ansatz der Codemaster Jungs gewagt formulieren. Doch langsam, fangen wir vorne an: GRID 2 kommt! GRID?  Was’n das nun wieder? Tja, tatsächlich war GRID (mit vollem Namen übrigens Race Driver: GRID) nicht wirklich DER Kassenschlager im Jahr 2008. Die TOCA Touring Car Serie von Codemasters hingegen dürfte noch einigen Retro-Rennspielern in Erinnerung geblieben sein… und eben hier hat GRID halt seine Wurzeln.

Die Wertungen waren durchweg positiv, dennoch mangelte es dem Titel an genug Pferdestärke um die ärgsten Rennspielkonkurrenten 2008 (allen voran Need for Speed: Undercover, Burnout Paradise und… Mario Kart Wii) von der Straße zu rempeln.

Mir persönlich ist eigentlich nur noch die Demo in Erinnerung geblieben, welche besonders durch die fantastische Cockpit-Perspektive glänzte. Bei jedem Crash wurde die virtuelle Kamera heftig durchgeschüttelt – bis hin zur verschleierten Sicht bei brutalen Frontalzusammenstößen. Nagelt mich nicht darauf fest, aber neben der gewagt realistischen Cockpit-Perspektive führte GRID auch das „Rückspul“-System ein, welches sich heutzutage zum Beispiel bei Dirt 3 findet: Bei Fehlern spult Ihr so einfach wenige Sekunden zurück und korrigiert Euren fatalen Erstversuch.

Wir dagegen spulen weiter vor Richtung 2012. Mario Kart Wii und Burnout Paradise sind mittlerweile kalte Gummireifen und selbst den einst übermächtigen Schatten von Gran Turismo 5 muss man als Rennspiel-Entwickler heute nicht mehr fürchten. Sahnehäubchen obendrauf: Die Codemaster Jungs hatten stolze 4 Jahre Zeit für die Entwicklung! Diesen Luxus haben heutzutage nicht mehr viele Entwickler mit ihren Spielen.

Da stößt die erste Meldung bezüglich GRID 2 erstmal sauer auf: Nein, es wird keine Cockpit-Perspektive geben. Das wohl einprägsamste Feature aus Teil 1 wird gestrichen. Laut einer internen Berechnung würden nur 5 Prozent aller Spieler überhaupt eine Cockpit-Perspektive im laufenden Spiel nutzen – und für diese Anzahl lohne sich der Programmieraufwand schlicht nicht.

Jetzt ist es natürlich normal, dass genau diese 5 Prozent mit Fackeln und Heugabeln durch’s Internet ziehen um Trollkot auf Codemasters zu schaufeln. Ich persönlich sage: Recht haben die Codemasters! Solange der Programmieraufwand in vernünftige Kurse (diesmal geht’s auch auf „freie“ Straßen), tolle Wagen-Modelle und sonstige Grafik- und Soundspirentzkes fließen kann, bin ich ein glücklicher Mensch. Für mehr als coole Screenshots oder den Drang sich vor Freunden als Rennspiel-Pro aufzuspielen nützt sowas NIEMANDEN – erst Recht nicht in dieser doch eher „arkädigen“ Genre-Ausrichtung.

Einige mögen nun mit dem Argument kommen: „Dann können die faulen Säcke doch gleich auch noch Lenkradsteuerung, Editoren, etc… über den Haufen schmeißen, denn die nutzt ja EH KEINER!“ – worauf ich entgegnen würde: „Yo, können sie gerne machen. Tun sie aber nicht, weil es ein großer Unterschied ist Lenkradsteuerung als Option zu implementieren oder jedem verdammten Wagen sein persönliches Cockpit zu zimmern.“ Um diesen Schritt nachvollziehen zu können, benötigt man eigentlich nur das Programmierwissen eines unschuldigen Goldfarm-Makaken.

Genug der langen Rede: GRID 2 sieht bereits jetzt fantastisch aus und wird höchstwahrscheinlich DAS Rennspiel des nächsten Jahres – erscheinen soll der Titel nämlich erst 2013 für Xbox 360, Playstation 3 und PC. So gesehen wahrscheinlich auch das letzte große Rennspiel dieser Generation – falls nicht noch ein Überraschungsgast aus der Boxengasse gefahren kommt. Vielleicht ein Makaken-Kart-Racer?

Hier der wenig aussagekräftige Rendertrailer, danach folgt noch ein längeres Interview-Video von Gametrailers mit echten Spielszenen.

Noch mehr Infos findet Ihr auf der offiziellen GRID-Seite.