Das Daddel-Wort zum Dienstag (09.09.2012): Tyria, Pandaria und Pandora

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Egal ob ausladender Kontinent, verborgene Insel oder kompletter Planet: die Anzahl an fantastischen Welten scheint kein Ende zu nehmen und ist streng genommen doch ein Beweis dafür, dass es um die Menschheit nicht ganz so schlimm bestellt steht – zumindest wenn man es von der kreativen Seite aus betrachtet.

Wir haben uns quer durch Mittelerde gekämpft, durch Ferelden, durch Tamriel, Gran Pulse, Gaia, Vana’diel, Telara und Sanctuary. Wir sind auf LV-426 gelandet und wurden von fiesen Aliens durch düstere Gänge gejagd (bald übrigens wieder, im kommenden Videospiel Aliens: Colonial Marines). Wir haben den Mars an der Seite von John Carter in unser Herz geschlossen, sind von einer Horde fieser Geister vom Mars geflohen (Ghosts of Mars von John Carpenter) und schauen aktuell einem kleinen Weltraum-Buggy mit großen Augen dabei zu, wie er Spurrillen in den trockenen Boden des roten Planeten rollt.

Worauf ich hinauswill: unsere Kreativität kennt keine Grenzen… und es sind nicht nur fantastische Bücherwelten wie Tolkinens Mittelerde, Martins Westeros,  Tad Williams Otherland oder Terry Pratchetts Discworld, von denen ich hier rede. In letzter Zeit sind es vermehrt Videospiele, welche die Toren zu eben diesen Welten weit aufreißen… und uns im besten Fall mit einem netten Lächeln im Gesicht einer wunderschönen Prinzessin, oder dem sarkastischen Grinsen eines fiesen Bösewichts begrüßen.

Trotz ihrer deutlichen Trennung zu dieser unseren Welt durch die flache Scheibe unserer modernen Flatscreens wirken diese Welten immer näher, immer greifbarer. Erinnerungen an das Brachland, an die quiekenden Eber-Viecher, an die ersten Unterwasser-Ausflüge in den kleinen Oasen begleiten viele WoW-Spieler noch Jahre lang. Kein Wunder: Wer über 5 Jahre in einem virtuellen Habitat verbringt, der sollte auch entsprechende Erinnerungen an diese Zeit mit sich führen.

Dennoch scheint es ein Ausschlussverfahren von virtuellen Orten zu geben, die wir mögen und in denen wir gerne für längere Zeit verweilen…. und Orte, von denen wir uns schnell – teils mit Grausen, teils aus purer Langeweile – abwenden. Eine virtuelle Welt „lebendig“ zu gestalten scheint so etwas wie die Königsdisziplin der modernen Videospiele-Produktion zu sein – und nicht jeder beherrscht sie.

Womit ich kurz eine Pause in Tyria einlegen möchte – ein Welt, die mehr zum Verweilen einlädt, als viele andere. Macht es Euch bequem, schnabuliert einen Keks und etwas Kakao und lehnt Euch zurück.  Tyria ist die Welt von Guild Wars 2 und dermaßen detailverliebt, dass ich oft für Stunden einfach nur durch ausladende Häuser spaziere, mir die Zillionen an Gesprächsfetzen von NPCs anhöre oder den Ausblick vom selbst erklommenen Aussichtspunkt über Städte, Felder und Seen genieße.

Hier ein paar meiner Eindrücke bislang – der Rest folgt im seperaten Guild Wars 2 Review, welches im Laufe der Woche online gehen sollte.

Die „Bloodtide Coast“ ist definitiv eines der schönsten Gebiete des Spiels – vor allem wenn man auf Südsee-Feeling steht.

Die Charaktermodelle sind nicht nur unglaublich detailliert, sondern brillieren vor allem in der hohen Animationsqualität. Einzig das Emote-System sollte bald verbessert werden.

Kleine Stadt am Rande der „Kessex Hills“, inklusive schwebender Stadt im Hintergrund (Dalaran lässt grüßen), Klippensprung und feuriger Skill-Probe.

Wer Schnee-Gebiete mag, der wird Guild Wars 2 lieben. Ausladende Gipfel, eisige Höhlen, epische Wasserfälle und gefrorene Seen machen einen großen Teil des Spiels aus.

Kleine Lawinen stürzen hinab in einen See – könnte auch glatt aus einem Bild von Caspar David Friedrich stammen.

Dichte Dschungel wechseln sich mit üppigen Sumpf-Gebieten ab. „Sumpf“ bedeutet hier jedoch nicht „grau-braun“, sondern einen epischen Farb-Flash im „Frösche lecken“ Stil.

Divinity’s Reach – die Hauptstadt der Menschen spottet jeder Beschreibung. Was die Designer hier an Detailreichtum abfackeln passt auf keine Dolyak-Haut.

Diese „kleine“ Garten-Kuppel thront über Divinity’s Reach. In Bewegung fast zu schön um wahr zu sein.

Das Startgebiet der Asura erinnert ein wenig an „Stargate“ mal „Maya-Kultur“ mal „Cube“ plus eine Prise „Lost“.

Düster, dreckig und brutal: Die Charr-Gebiete kommen nicht besonders charmant rüber. Hier eine Mine aus Fireheart Rise, einem Gebiet für 60er bis 70er.

Das „Charrtgebiet“ wird überragt von den Ruinen alter Königreiche. Kein Wunder, dass die hiesige, ektoplastische Bevölkerung leicht angesäuert ist.

 

Dies ist tatsächlich nur ein winzig kleiner Teil meiner bisherigen Screenshot-Sammlung – streng genommen schreit das Spiel an allen Ecken und Enden: „Begaffe mich! Bestaune mich! Bewunder mich!“ Ihr seht schon: Ich bin noch immer sehr begeistert von dem Titel. Eine Kleinigkeit, die ich bislang noch nicht erwähnt habe ist der ebenfalls fantastische Soundtrack des Star-Komponisten Jeremy Soule – ein Typ der mehr Videospiele-Soundtracks komponiert hat, als viele Menschen überhaupt Videospiele gezockt haben.

Einige kleine Hörproben des 4 CD starken Soundtracks gefällig? Et voilà:

Battle with the Tamini“ erinnert in seinem verspielten Zwischenspiel stark an Final Fantasy:

The Vigil goes to War“ – fühlt sich ab 00:40 ein wenig an wie „Western in Tyria“, steigert sich dann aber immer weiter zur epischen Hymne. Gänsehaut!

The Seraph“ spielt bei der ersten, persönlichen Story-Quest rund um den mysteriösen Kontinent „Orr“. Beim Heraufsteigen mehrerer Treppen zum Endgegner poltert der Chor dermaßen aus den Boxen, dass mir die Freudentränen in die Augen steigen. Durchaus vergleichbar mit der ersten Begegnung mit einem gewissen Sephiroth… aber das ist eine andere Geschichte 😉

Von Jeremy Soule kann ich den Übergang auch gleich zu Mists of Pandaria weiterspinnen – denn auch hier hat der Altmeister seine Hände im Spiel. Der Vergleich zwischen Mists of Pandaria und Guild Wars 2 ist natürlich nicht nur auf Sound-Ebene spannend – hört Euch einfach mal folgendes Medley an:

Yup, da steigen selbst WoW-Hassern die Tränen in die Augen. Wenn ich nur nach dem Soundtrack gehen würde – Mists of Pandaria wäre in eben diesem Augenblick von mir vorbestellt. Aber zum Glück (oder „leider“) besteht ein modernes Videospiel nicht nur aus Musik und Soundeffekten… Darüberhinaus fehlt mir schlicht das Geld und die Zeit für einen weiteren, asiatisch geprägten Ausflug nach Azeroth. Ein wenig traurig ist es tatsächlich – aber da muss ich diesmal eisern bleiben 😉

Alle anderen dürfen sich hingegen auf Pandas, Pokémon-mäßige Haustierkämpfe, Level 90 als neue Maximalstufe, vollkommen überarbeitete Talent-Bäume, PVE-Szenarien, einen neuen Herausforderungs-Modus für Dungeons und natürlich einen dicken Sack vollgepackt mit neuem Pandaria-Content freuen. Am 25. September geht’s los – nur noch zwei Wochen!

Wo war ich? Wohin wollte ich? Richtig! Zu Guild Wars 2 gibt es einen brandneuen „Real“-Trailer (von dem jeder halten darf, was er will – ich persönlich mag’s nicht) und zu Mists of Pandaria gab es zwei neue TV-Spots – welche im Wesentlichen „nur“ aus einem schnellen Zusammenschnitt des auf der Gamescom 2012 gezeigten Rendertrailers basieren. Vorhang auf:

Kleines Fazit schonmal im Voraus: Dieser Herbst wird MMO-Fans definitiv glücklich machen. Denn selbst wer aktuell nicht von Guild Wars 2 oder World of Warcraft angefixt wird, der findet in Spielen wie Tera (wo aktuell die „Argon Queen“ wütet), Rift (die Erweiterung Storm Legion erscheint im November!), Aion, Star Wars: The Old Republic (Patch 1.4 ist mittlerweile auf den Test-Servern unterwegs) und vielen weiteren eine (mehr oder weniger) passende Alternative.

Von diesen ausladenden MMO-Welten hin zu Pandora… einem ziemlich fiesen Planeten, irgendwo im Universum, bevölkert von sogenannten Claptraps, Banditen-Banden und allerlei Alien-Getier. Auch hier ist es nicht mehr lange hin – Borderlands 2 erscheint am 21. September für Xbox 360, Playstation 3 und PC und bietet Euch eifriges Waffensammeln, einen Vierspieler-Modus (Online), bzw. einen Zweispieler-Modus (Offline), oder – noch besser – beides miteinander vereint.

Für die PC-Gemeinde gibt es diesmal einen Grund sich besonders auf Borderlands 2 zu freuen, denn im Gegensatz zum Vorgänger wird’s diesmal ORDENTLICH angepasst und aufgemöbelt. Nvidia-Besitzer freuen sich über grandiose Grafik-Effekte, der Rest liest sich am besten mal folgenden Claptrap-Brief durch:

Hello my Future Borderlands 2 PC Player!

Um es kurz zusammenzufassen: FOV-Slider? Check! Maus / Tastatur / Joypad Anpassung? Check! LAN-Support? Check! Cloud, Achievements und Friendlist-Support? Check! Integrierte V-Sync? Na klaro! Native Multiplayer Matchmaking? Hell yeah!

Und wer die Tage bis zum Erscheinen genauso zählt wie meiner einer, der kann seine zukünftig hart erspielten Skillpunkte schonmal hinter diesem Link ausgeben – die Klasse wechselt Ihr von Gunzerker zu Commando, Siren und Assassin über die kleine Auswahl unter dem Facebook / Twitter Button.

Ihr seht schon: die Auswahl der virtuellen Welten wird nicht nur immer größer… bei der gebotenen Qualität wird es auch immer schwieriger, seine Wahl für den nächsten langen Aufenthalt zu treffen. Wenn’s nach mir ginge würde ich Euch allen aktuell Tyria ans Herz legen – dicht gefolgt von Pandora als ballerlastige Ablenkung. Letztendlich sollte jedoch jeder selbst die Entscheidung treffen.

PS: Wie Ihr sicher schon gemerkt habt, bin ich aktuell so beschäftigt, dass aus dem Wort zum Sonntag mal eben ein Wort zum Dienstag wurde. Sorry für die Verspätung! Die gewohnte Neuigkeiten-Zusammenfassung abseits des MMO-Marktes folgt dann am kommenden Sonntag.

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