Indie Game Jones und Gas Guzzlers: Combat Carnage

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Während dieser Tage mit F1 Race Stars ein waschechter Arcade-Racer zum Vollpreis erschien (und mich trotz seiner fantastischen, grafischen Gestaltung aufgrund seines lahmen und wenig spannenden Spielsystems schnell abschreckte) rotieren auf Steam mittlerweile einige Underdog-Racer im Greenlight Projekt und harren ihrer Freischaltung.

Gas Guzzlers: Combat Carnage ist einer dieser Titel. Streng genommen könnt Ihr den Titel bereits über zig Vertriebspartner käuflich erwerben, nur Steam fehlt scheinbar noch um den dicken Vertriebskuchen voll zu machen.

Am besten schaut Ihr schonmal auf der offiziellen Hompage (LINK!) vorbei oder saugt Euch hinter diesem Link gleich die drei Strecken und drei Spielmodi umfassende Demo. Leider ist die offizielle Homepage beinahe auch der einzige Informationslieferant zum vollblutigen Action-Raser mit einer Prise Twisted Metal im Tank – viel bekommt man über die Jungs dahinter und die Entstehung des Spiels nicht heraus.

Immerhin konnte ich mittlerweile mit meinen Sherlock Kräften die Herkunft von Entwickler Gamepires ergründen: diese unterstehen dem Pandora Studio und DIE wiederum haben ihren Sitz in der Nähe von Zagreb. In Kroatien. In der Nähe von Slowenien? Südlich von Österreich? Von München die Straße runter in die Berge?

Egal, eines ist aber sicher: Trotz der veröffentlichten Verkafusversion wird munter weiter an Gas Guzzlers geschraubt und der Titel verdient zurecht mehr Beachtung – und sei es nur durch eine neue Veröffentlichung über Steam. Zuletzt erschien mit Patch 1.3 Mitte August eine dicke Sammlung an Bug-Fixes und zahlreichen Spiel-Anpassungen.

Immerhin sieht man Gas Guzzlers seine Indie-Herkunft zumindest optisch erstmal nicht an – zu professionell erscheinen Objekt-Texturen, Landschaften und Strecken. Dicker Bonus obendrauf: die Nvidia PhysX-Engine sorgt für zahlreiche nett anzusehende Explosionen, zerstörbare Umgebungen und zerfetzte Wagenmodelle. Ich persönlich hätte mir dennoch einen etwas eigenständigeren Grafi-Stil gewünscht.

Bei meinem ersten Anspielen der Demo passte eigentlich alles: Kurzer und knackiger Render-Vorspann, sehr geniale Musikuntermalung in den Menüs und die wichtigsten Grafik- und Steuerungsoptionen sind mittlerweile mit drin – selbst mein Xbox 360 Pad wird ohne Murren anerkannt.

Einige Optionen weiter lande ich im großen Tuner-Shop – hier werden eifrig Karren hinzugekauft, an Waffen und Motoren herumgedoktert und die Schäden vom Rennen zuvor ausgebügelt. Das geht natürlich gut in die Kohle, weswegen Ihr während des Rennens neben zig verschiedenen Power-Ups auch eifrig diverse Geldbeutel aufsammeln solltet.

Leider gibt’s von der Power-Up Fraktion nichts spektakuläres zu vermelden – Nitro, Raketen, Minigun und Co. geben immerhin einen etwas brutaleren und realistischen Action-Einstieg als Mario Kart und F1 Race Stars. Immerhin orientiert sich das Spiel sichtlich an solchen Klassikern wie Carmageddon, mischt aber auch eine Prise Blur und Twisted Metal mit rein.

Das Spielgefühl passt auf jeden Fall – die Lenkung ist angenehm „arcädisch“, die Raketen machen ordentlich Wumms und das Zielen mit den Extra-Waffen will tatsächlich erstmal geübt werden. Als Spiel-Modi stehen „normale“ Rennen mit dem Nitro Power-Up auf dem Plan, außerdem gibt sogenannten Battle Races und Knockout Races. In ersteren wird ebenfalls um Platz 1 gefahren, jedoch mit Hilfe von wüster Waffengewalt. In letzteren gilt einfach „Last Man Standing“ oder das Überleben über 7 Runden – was mit dem letzten Patch zeitmäßig etwas entschärft wurde. Meine persönliche Knockout-Runde ging immerhin über 14 Minuten – bei weitem zu lange für solch einen Action-basierten Modus.

Fazit

Freunde von Fahrzeug-Kämpfen kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten – für die paar Euros (15 Dollar auf der offiziellen Homepage) könnt Ihr eigentlich kaum was falsch machen. Es ist sicher kein FlatOut oder Blur – hatte von vornherein aber auch nicht die Produktionskosten dieser Titel auf seiner Seite. Es fehlt schlicht der letzte Feinschliff und das letzte Quentchen Eigenständigkeit um Gas Guzzlers in die Oberliga der Indie-Spiele zu befördern – so bleibt „nur“ ein gutes Spiel für zwischendurch. Nicht mehr… aber auch nicht weniger.

Selbst wenn Ihr euch den Titel nicht persönlich zulegen wollt – eine Daumen hoch im Steam Greenlight Projekt hat der Titel meiner Meinung nach auf jeden Fall verdient. So könnt Ihr den Entwicklern auch indirekt helfen den Titel weiter zu verbessern und auf die Wünsche der vorhandenen Community hören zu können. Hier der Link zur Steam Greenlight Seite.