Indie Game Jones und La-Mulana

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Die Indie-Szene in Japan ist zwar nicht so groß wie in Amerika oder Europa, dafür rangieren viele japanische Indies ganz oben in der Wertungs-Skala. Recettear: An Item’s Shop’s Tale oder die Y’s Teile sind hier nur zwei Beispiele aus der japanischen Indie-Küche, welche es mittlerweile auch auf Steam geschafft haben.

Qualität über Quantität also? Nicht wirklich – immerhin darf man sich zu gleichen Tagen über bescheuerte Manga-Porno-Märchen mit Hauptdarstellerinnen Marke „riesige Augen, noch größere Brüste“ ärgern. Und der Rest versucht sich verzweifelt am 2D-Shooter Genre, egal ob von links nach rechts, oder von unten nach oben – Hauptsache immer schön mitten durch die Bullet-Hell.

La-Mulana von Nigoro (WiiWare) und GR3 Project (Windows) ist hier nicht nur ein wohlige Abwechslung aus dem steten Manga / JRPG Reigen, es ist zudem schlicht und einfach ein verdammt gutes Spiel. Ursprünglich erschien der Titel am 27. Mai 2005 in Japan für PC – wer sich bereits über einjährige Verspätungen von gängigen JRPGs ärgert, der findet in der Indie-Szene eine ganz neue Zeitordnung für Umsetzungen vor.

Die erste Umsetzung für den westlichen Markt wurde von Ian Kelley (AGTP) übersetzt. Gefühlte 100 Jahre später (also JETZT, in der Gegenwart) erschien La-Mulana endlich auch hierzulande – seit Juni über Good Old Games (Link), GamersGate (Link) oder Playism (Link) für PC.

Im Konsolenkosmos erschien der Titel einzig für die gute alte Wii. Die Highlight Konsole, wenn es um Download-Spiele geht. Bittersüße Ironie. Sorry. Aber warum der Titel am 20. September 2012 ausgerechnet exklusiv für die Wii erschien wird wohl auf immer Geheimnis der Entwickler bleiben. Angeblich trauten die Jungs dem Spiel eine Veröffentlichung Westen nicht zu – worauf Publisher EnjoyUp Games sich um die Vermarktung kümmerte. Xbox’ler und PS3’ler müssen bei diesem Indie-Fest leider weiterhin draußen bleiben.

Außerdem befindet sich La-Mulana aktuell im Steam Greenlight Programm – drückt die Daumen (und den Daumen hoch!) dass der Titel bald auch auf der größten PC-Spieleplattform erhältlich ist und viele weitere Fans finden kann. Hier noch fix der Link zur Steam Greenlight Seite.

Aber worum genau geht es denn jetzt eigentlich bei La-Mulana?  Der Titel reiht sich spieleirsch ein in die Gesellschaft von Cave Story, gewürzt mit einer Prise Castlevania und Spelunky. Schlagt Euch mit der Indiana Jones Kopie namens Lemeza inklusive klassischer Peitsche durch düstere Ruinen, sammelt eifrig neue Waffen und bringt Eure Zerebral-Reflexe in einigen Rätseln auf Touren.

Hier einer von vielen Trailern – die Steam-Version soll sich übrigens an der grafisch überarbeiten Wii-Version orientieren, was die Sache gleich noch schmackhafter macht:

Wer noch mehr über La-Mulana in Erfahrung bringen will, der surfed auf Brave New Gaming vorbei – hier hat Indie-Spiele-Meister Thomas Nickel dem Titel auf den Zahn gefügt.  Englisch-sprachige Reviews finden sich auf Destructoid.com und GameInformer.com.

Zum Abschluss noch fix das äußerst charmante Video-Review von Northernlion: