Auf’n Date mit Dungeonland

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DungeonLand

Die Entwickler von Dungeonland dürfen sich offiziell die Hände reiben: Dank vorausgegangener Berichterstattung durch Total Halibut alias Cynical Brit und der Angry Joe Show erfreute sich das mutige Indiespiel-Projekt bereits im Voraus großer Popularität.

Gestern erschien das vom brasilianischen Critical Studio in Rio de Janeiro entwickelte Spiel endlich auf Steam. Und seitdem dürften die Entwickler kaum mehr ein Auge zugemacht haben, denn Dungeonland preschte gleich auf Platz 30 der meistgespielten Titel. Gar nicht so schlecht für ein 10 Euro Indie-Game Projekt aus einer Amateur-Schmiede.

Wer noch gar nichts von dem Spiel gehört haben sollte (ich zumindest hab’s in letzter Zeit wirklich oft genug erwähnt) sollte sich den offiziellen Launch-Trailer ansehen:

Vertrieben wird der Titel übrigens von Paradox Interactive, Vorbesteller erhalten den ersten DLC (noch nicht erschienen!) gratis.

Doch worum geht es nun genau? Dungeonland präsentiert sich erstmal als isometrischer Brawler. Mit bis zu drei Spielern kloppt Ihr Euch über die bunten und liebevoll gestalteten Karten und müsst Euch dem Dungon Master stellen, der Euch immer wieder neue Fieslinge und Fallen in den Weg wirft.

Dabei wählt Ihr zuerst eine von drei Klassen aus (Ritter / Magier / Schurke), wählt diverse Ausrüstungen und zieht darauf in den Kampf gegen Wer-Enten, Biertürme und Killer Wespen.

Drei Dungeons stehen Euch zur Verfügung, während das erbeutete Gold gleich in neue Fertigkeiten oder schicke Hüte gesteckt wird.

Der Kern des Spiels ist jedoch der Dungeon Master Modus – hier gesellt sich zur mutigen Heldentruppe noch ein vierter Spieler hinzu, der in die Rolle des Dungeon Masters schlüpft. Die Perspektive zoomt etwas weiter heraus und nun seid IHR in der Verantwortung die Helden möglichst schnell aus dem verrückten Gemäuer zu treiben.

Vor dem Spiel wählt Ihr als Dungeon Master diverse Karten, welche Euch im Spiel dann zufällig zugelost werden – genug Mana in der Tasche beschwört Ihr daraufhin Killerkanickel, Trolle und fiese Phoenixe. Per Tastendruck könnt Ihr übrigens auch selbst in die Geschöpfe „herabfahren“ um Eure Freunde heimzusuchen.

Absolut episch ist der „Evil Laugh“ Button – lasst auf Knopfdruck ein diabolisches Lachen durch die Hallen erschallen. Muhahahaha!

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Meine erste Meinung nach 3 Stunden Spielzeit

Dungeonland rockt die Hütte! Überraschend kam auch noch Support für das Xbox 360 Gamepad hinzu, mit dem sich die Helden gleich doppelt so gut durch den immer wieder zufällig genierten Dungeon steuern lassen.

Ebenfalls überraschend ist der Schwierigkeitsgrad: Schon auf „normal“ setzen Euch die Horden an kreativem Viehzeug ordentlich zu. Ohne Teamplay läuft da nicht viel!

Negativ fallen die Vielzahl an Bugs und Verbindungsabbrüchen ins Gewicht – scheinbar hat niemand bei Paradox respektive Critical mit so einem Erfolg gerechnet. Jedenfalls hatten wir gestern öfters Verbindungsabbrüche, Disconnects und mehr… wobei wir uns auch gerne abwechselten und die Schuld nicht einer bestimmten Hardware geschuldet erscheint. Hinzu kommt aber auch, dass Steam selbst gestern herumgezickt hat – wo der Fehler wirklich liegt kann ich an dieser Stelle schwer sagen.

Fakt ist jedoch: Die Steam-Foren werden bereits überschwemmt mit Bug-Beschwerden und Threads zum leidigen Disconnect-Problem. Schade dass die Entwickler bei der Auflistung von Online-Spielen nicht an eine „Ping“-Übersicht gedacht haben – das wirkt in diesem Fall doppelt schwer.

Eher weniger mit dem Ping scheint das regelmäßige Stottern zu tun zu haben, welches das Spielerlebnis manchmal auf wenige Frames zurückdrückt – beinahe egal auf welchem Set-up gespielt wird. Allen voran beim Spawnen größerer Gegnerhorden fallen die FPS gerne mal weit unter die 20 Frames-Marke.

Es gibt also noch viel zu tun für die Entwickler – immerhin dürften sie jetzt einen ordentlichen Batzen Geld verdient haben um diese Probleme so schnell wie möglich zu beseitigen.

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Mutmaßungen, dass Dungeonland ein schnelles Geld-Grab wird, kann ich übrigens nicht teilen – immerhin kostet der Titel sowieso „nur“ 10 Euro und der erste DLC geht gratis an alle Vorbesteller. Eigentlich kein Verhalten welches auf zukünftige „1 neues Monster für 5 Euro“ DLCs schließen lässt.

Ich jedenfalls drücke den Entwicklern die Daumen, auf dass sie ihren Weg schnell durch den aktuellen Mini-Shitstorm finden und Dungeonland zu einem fantastischen Spiel weiterentwickeln.

Kaufen oder nicht kaufen?

Wenn Ihr mindestens drei Freunde habt die sich ebenfalls auf Dungeonland einlassen gibt es meiner Meinung nach kaum einen Weg vorbei an dem Titel.

Eine dicke Warnung möchte ich jedoch für Solo-Abenteurer aussprechen: Die im Spiel enthaltenen Bots sind aktuell alles andere als hilfreich und machen das Spiel alleine praktisch unspielbar. Hoffentlich wird an dieser Stelle ebenfalls nachgebessert – so geht’s gar nicht!

Ebenfalls etwas Geduld sollte man bezüglich der Netzwerkverbindung und etwaigen Bugs mitbringen – Dungeonland ist in seiner aktuellen Form zwar keine offzielle Beta mehr, aber Bugs finden sich noch an allen Ecken und Enden.

Erstaunlich dass der Titel trotzdem bereits in dieser Fassung mehr Spaß macht, als viele aktuelle Vollpreistitel. Vergleichbares hat es sowieso schon lange, lange Zeit nicht mehr gegeben – Dungeon Keeper kommt zum Beispiel in Erinnerung.

Für mich persönlich bleibt also das Fazit: Kaufen!