„LoL wat?“ – der League of Legends Ratgeber (6)

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LoL Wat

Eigentlich hatte ich mir ja bereits gedacht, dass der LoL-Ratgeber recht ausführlich werden würde… aber dass ich weit mehr als vier Teile schreiben würde war dann doch nicht abzusehen. Mittlerweile bin ich recht glücklich mit dem Gebotenen, die wichtige Frage ist nur: Seid ihr’s auch? Oder interessiert Euch LoL nicht die Bohne? Schreibt mir!

Hier die Links zu den letzten Teilen, heute geht’s munter weiter mit ersten Ranked-Ausflügen, Chat-Etiquette und LoL-Chinesisch!

Teil 1 – Noobs und Grundlagen

Teil 2 – Beschwörerzauber und noch mehr Grundlagen

Teil 3 – Champions und Klassen

Teil 4 – Gold verdienen… und richtig ausgeben

Teil 5 – Wards, Wards, Wards!

thunderlord_volibear

Kapitel 14: Ranked, Ranglisten und die Elo-Hölle

Irgendwann in Eurer LoL-Karriere werdet Ihr nicht nur Level 30 erreicht haben (sei es durch eigene Manneskraft, Erfahrungsbooster oder ein Bot-Match nach dem nächsten), sondern Ihr werdet vor der Frage stehen: „Ranked or not Ranked?„. Es ist ein kleiner Schritt für Malphite, aber ein großer Schritt für Teemo; die Ranked-Welt in League of Legends ist alles, nur kein Zuckerschlecken.

Ranglisten-Spiele könnt Ihr entweder alleine angehen (Solo-Queue), im Team mit einem Freund (Duo-Queue) oder Ihr bildet ein eigenes Fünfer-Team, inklusive coolem Namen und mehreren Mitgliedern – ähnlich einer Gilde in MMORPG’s.

Doch wo liegen eigentlich die Unterschiede zum normalen 5v5 Spiel?

Fangen wir ganz vorne an: anstelle der gewohnten Heldenwahl erwartet Euch im Ranked-Spiel eine feste Ordnung WER und WANN Ihr Euren Helden wählen dürft.

Bevor überhaupt gewählt wird, können (und sollten!) drei Champions pro Team gebannt werden. Unter diesen „Ban“ fallen meist Champions mit übermächtigen CC-Fertigkeiten (Amumu, Morgana, Malphite), mit fiesen Schadensspitzen (Darius) oder grundlegend alle allgemein verarchteten Champions – hier reichen sich die Rollen von Patch zu Patch die Klinke in die Hand. Gebannt wird stets durch den ersten Platz in der Reihe.

Die Championauswahl danach folgt stets demselben Muster:

TEAM 1 wählt den ersten Champion
TEAM 2 wählt den ersten und zweiten Champion
TEAM 1 wählt den zweiten und dritten Champion
TEAM 2 wählt den dritten und vierten Champion
TEAM 1 wählt den vierten und fünften Champion
TEAM 2 wählt den fünften Champion

Wann Ihr selbst wählen dürft hängt übrigens an Eurer Elo – der Spieler mit der höchsten Elo wählt zuerst (dazu gleich mehr!). Alle gewählten Helden sind bei der Auswahl stets sichtbar – wählt Team 2 eine Anivia, kann sich Team 1 also entsprechend darauf vorbereiten. Nicht sichtbar bleiben Beschwörerzauber, Runenblätter und Meisterschaften.

Tipp: Position 1 und 2 in der Wahlreihenfolge tun gut daran nicht zuerst einen Champion für die obere oder mittlere Lane zu wählen! Diese Positionen sind dementsprechend leicht vom Gegner zu kontern! Sprecht Euch mit Euren Team-Kollegen ab und nutzt die Tausch-Funktion, welche am Ende der Auswahl für jeden Spieler zur Verfügung steht!

Emumu

Stein, Schere, Papier, Brunnen, Jayce, Irelia, Jax und Darius.

Da Ihr die gewählten Champions des gegnerischen Teams tatsächlich sehen könnt entpuppt sich das Kontern von Champions in Ranglistenspielen als besonders wichtig, meist sogar spielentscheidend. Viele Spieler werden Euch immer wieder mit der Weisheit kommen „Skill geht über Counter“, aber ganz so leicht ist es dann leider doch nicht.

Klar, ein schlecht gespielter Teemo hat gegen einen gut gespielten Darius keine Chance – aber diese generelle Weisheit ist vergleichbar mit Analogien wie „Ich will so bleiben wie ich bin!“ oder „Der Himmel ist blau, die Sonne ist gelb und Gras ist grün!“.

Als Counter gilt dementsprechend nicht der Skill des Spielers, sondern die Fertigkeiten des Champions, welche die Fertigkeiten des anderen Helden negieren können. Oder um es noch einfacher auszudrücken: Ein Malzahar kann mit seinem Ulti den Ulti von Katarina komplett unterdrücken, ein Teemo nimmt die passive Heilung eines Garen vollkommen aus dem Spiel und nagelt den fiesen Bruiser zudem noch auf seiner Lane fest.

Bei über 100 Helden ist es natürlich beinahe unmöglich ALLE Konter auswendig zu lernen. Seiten wie championselect.net und lolcounter.com liefern Euch exzellente Anlaufstellen. Um im Ranglistenspiel eine Chance zu haben solltet Ihr natürlich die Konter zu Euren Lieblingschampions kennen und – vor allem! – mehrere Championrollen spielen können.

Das kann ich eigentlich nicht genug betonen: Lasst die Finger von Ranked-Spielen, wenn Ihr Euch nur in einer einzigen Rolle wirklich wohlfühlt! Niemand kann garantieren dass Ihr im Ranglistenspiel immer auf der oder der Position spielen könnt. Seid also auch mal offen die Support-Rolle zu übernehmen oder durch den Jungle zu preschen.

Tipp: Lasst Euch in der Champion-Auswahl keine Champions aufschwatzen, nur weil diese „OP“ („overpowered“) sein sollen und nicht gebannt wurden. Ohne Spielpraxis werdet Ihr auch mit jedem noch so starken „OP“-Helden kläglich versagen. In geringerem Ausmaß gilt diese „Weisheit“ natürlich auch für Counterpicks – lasst die Finger davon, wenn Ihr die Champions nicht spielen könnt! Noch besser: Lasst jemand anderen aus dem Team die Rolle übernehmen!

Master Yi

Bronze, Silber, Gold, Platin, Diamant… und Challenger

Womit wir zum Lohn Eurer Mühen kommen: Ihr könnt vor Freunden mit Eurem Rang prahlen! Jeder Ranglisten-Anfänger wird für seine ersten 10 Spiele auf eine Elo von 1200 festgesetzt – nach diesen 10 Spielen entscheidet sich mit welchem Edelmetall und in welcher Division er sich zukünftig vergnügen darf.

Elo? Tja, das große Geheimnis von League of Legends. Jeder redet davon, jeder kennt das Wort… aber nur wenige wissen was Elo wirklich bedeutet. Und eigentlich will ich es Euch an dieser Stelle auch gar nicht erklären, denn die Erklärung involviert fiese Mathematik mit Bruchrechnung. Pfui.

Soviel nur für die wenigen, anwesenden Mathe-Genies: die Elo eines Spielers bezieht sich nicht auf Wahrscheinlichkeitswerte, sondern auf Erwartungswerte. Errechnet wird die Elo durch Euer Verhältnis von Siegen und Niederlagen, dazu natürlich noch gegen WEN Ihr verloren oder gesiegt habt.

Jayce Bond

Ursprünglich stammt die Elo-Berechnung aus dem Schachspiel und hat seit ihrer Einführung 1960 durch Arpad Elo (jaja, daher kommt der Name also!) auch Einzug in die E-Sport-Szene gefunden. Was Ihr Euch selbst ohne komplizierte Formeln merken könnt: Eine Elo zwischen 1000 und 1199 klassifiziert Gelegenheitsspieler (alias Casuals), von 1200 bis 1399 haben wir die durchschnittlichen Spieler, von 1400 bis 1799 überdurchschnittliche bis starke Spieler. Die Werte reichen hinauf bis über 2700 – nicht dass ich persönlich einmal an der 2000 kratzen könnte.

Wenn Ihr noch detaillierter nachlesen wollte was eigentlich hinter Elo steckt, solltet Ihr Euch diesen Beitrag auf wiki mal durchlesen. Interessanter Stoff!

Entsprechend Eurer Elo werdet Ihr in eine Tier-Liste gepackt:

  • Bronze: Zwischen 0 und 1149 (Team: 0-1249) (Top 100%)
  • Silber: Zwischen 1150 und 1499 (Team: 1250-1449) (Top 68%-13%)  -> Der Großteil der aktiven Spielerbasis
  • Gold: Zwischen 1500 und 1849 (Team: 1450-1649) (Top 13%-1.5%)
  • Platinum: Zwischen 1850 und 2199 (Team: 1650-1849) (Top 1.5%-0.1%)
  • Diamant: 2200 und mehr (Team: 1850+) (Top 0.1%)

Diese untergliedern sich dann nochmal in kleinere Divisionen, zum Beispiel Bronze II oder Silber III. Aufsteigen könnt Ihr in Eurer Division indem Ihr 100 Punkte sammelt und danach 2 von 3 Aufstiegsspielen gewinnt. Der Aufstieg von Bronze nach Silber, von Silber nach Gold, etc… vollzieht sich ähnlich, nur werden hier 3 von 5 gewonnenen Aufstiegsspielen von Euch verlangt.

Fiddlesticks

Aus dem Schwefel der Elo-Hölle

Viele Spieler sind bis heute der festen Ansicht, dass es eine Elo-Hölle gibt. Der vorausgesetzte Hintergrundgedanke bei der kreativen Wortneuschöpfung: Da League of Legends ein Teamspiel ist, haben Eure Mitspieler erheblichen Einfluss auf Eure Elo. Weitergedacht: Je weiter Ihr nach unten fallt, desto schwieriger ist es sich wieder hochzukämpfen – schließlich sind in den unteren Elo-Rängen ausschließlich schlechte Spieler vorhanden.

Nein, dies ist nicht meine Sicht der Dinge, wird aber oft propagiert und scheint sich mittlerweile auf breiter Basis durchgesetzt zu haben: Ja, es gibt eine Elo-Hölle! Der Clou dabei: Spieler mit höherer Elo werden bestreiten, dass es eine Elo-Hölle gibt. Sie selbst dürfen erfahrungsgemäß immer wieder mit schlechten Spielern spielen und haben für das Gemotze der Anfänger demensprechend nur noch ein müdes Lächeln übrig.

Kurz: Wer glaubt die „Noob!“, „Uninstall the Game!“ und „I PISS ON YOUR PISS YOU PISS!“ Rufe würden automatisch mit steigender Elo aufhören, der könnte nicht weiter daneben liegen.

Pool-Party-Ziggs

Willkommen in der Realität!

Die meisten Jungs und Mädels die sich in jedem Spiel über andere Spieler aufregen, die sich haareraufend vorm PC über den Boden kullern und laut kreischend die Ungerechtigkeit der Welt verdammen sollten 1.) einen Tag LoL-Pause einlegen und 2.) erstmal ihr eigenes Verhalten im Spiel analysieren.

Meiner persönlichen Meinung nach gibt es genau drei Gründe warum Ihr ein Spiel verlieren könnt – und keiner hat mit der sagenumwobenen Elo-Hölle zu tun:

1.) Ihr seid spielerisch schlechter, als die gegnerische Mannschaft. Der häufigste Grund und definitiv kein Grund zum Rumheulen, sondern zum fleißigen Üben! Jedes verlorene Match bedeutet im besten Fall Erfahrung für Euch, was Ihr falsch gemacht habt und was Ihr beim nächsten Match besser machen solltet!

„Aber, aber, aber… alle anderen waren SCHEIßE! Ich war gut!!!!“ werden jetzt einige lautstark von sich geben. Und ja, in einigen Fällen mögt Ihr tatsächlich Recht haben: Es gibt Spiele, in denen Ihr aufgrund Eurer Mitspieler keine Chance auf einen Sieg haben werdet. Egal wie gut Ihr Euch als Teamleiter, Animateur, Taktiker und Carry herausstellt. Denkt aber IMMER daran: Eure Gegner haben GENAU dieselben Voraussetzungen!

Richtig gelesen: Es ist nicht so, dass NUR Ihr Euch mit Idioten herumplagen müsst. Ein weiser Freund von mir hat zu dem Thema mal gesagt: „Im schlimmsten Fall bist DU der einzige, vernünftige Spieler im Team. Was schonmal EINER von FÜNFEN ist. Das gegnerische Team muss DAS erstmal hinbekommen!“ 

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2.) Pech. Glück. Wie auch immer. Es gibt sie tatsächlich, diese Augenblicke in denen sich das Spiel gegen Euch verschworen hat. Wo in der letzten Millisekunde ein Blitz dem Gegner das Leben rettet, wo 5 Lebenspunkte genug sind um sich fix im nächsten Gebüsch zu verkriechen.

Beachtet aber, dass Ihr auch SELBST von diesem Glück profitieren könnt. Nicht in diesem Spiel, aber im nächsten. Oder übernächsten. Sich über Glück und Pech aufzuregen ist dementsprechend eine extrem sinnlose Kommunikationsform. Lasst es und schont Eure Nerven!

3.) Technische Aussetzer und technische Bedingungen. Ja, das ausgefuchste Spielsystem von League of Legends thront letztendlich auf Kabeln, Speicherblöcken und staubigen PC-Gehäusen. Und so werden Spiele hin und wieder auch schlicht deswegen verloren, weil die alte Möhre von Spieler A im wichtigsten Teamkampf abgeraucht ist. Oder Spieler B seine Pornosammlung während des laufenden Spiels durch seine 768 kb/s Leitung um neue Exponate aufstocken muss und sich dementsprechend an mehreren Sekunden Zeitverzögerung erfreuen darf.

Von plötzlichen Client-Abstürzen, seltenen aber durchaus vorkommenden Lags und fiesen Slow-Mo-Garantien wie Antivirus Programmen mal ganz abgesehen – nicht jeder Fehler im laufenden Spiel basiert tatsächlich auf dummen Spielerentscheidungen!

iBlitzcrank

Wie gesagt, die häufigsten Fehler solltet Ihr erstmal in Eurem eigenen Spiel festmachen, bevor Ihr Euren Kollegen Vorwürfe macht. Versucht OBJEKTIV zu bleiben. Analysiert Euer eigenes Spiel! Spielt Ihr zu aggressiv? Könnt Ihr Euren Gegner nicht richtig einschätzen? Wie sieht’s mit Euren CS aus? Sind Eure Runen und Meisterschaften auf Euren Spielstil ausgelegt, oder kopieren sie einfach nur „Guide XY“ von „Masterprofi-Experte Zed“?

Ich bin der festen Überzeugung dass jeder Spieler seine Elo selbst zu verantworten hat und sich mit viel Mühe und Übung selbst aus dieser Elo herauskämpfen kann. Dementsprechend ist der Begriff der „Elo-Hölle“ eigentlich kompletter Schwachsinn und basiert auf der arroganten Meinung „Alle anderen müssen besser spielen, ich bin gut genug!“

Also egal ob Ihr an die Hölle glaubt, oder nicht: Wenn Ihr selbst ein guter Spieler seid, werdet Ihr die Rangliste hinaufklettern. Und wenn dann mal wieder 10 Niederlagen nacheinander über Euch hineinbrechen: Nehmt es wie ein Yordle und kämpft! Aber hört verdammt nochmal auf für alles eine Entschuldigung zu suchen!

Aether-Wing-Kayle

Kapitel 13: Chinesisch im Chat und Etiquette

Es könnte alles so einfach sein – würden Euch nicht zigtausend Fachbegriffe den Anfang erschweren. Ja, Euer Team wird Euch manchmal nicht nur vor falsch formuliertes Englisch stellen, sondern auch einen Haufen Abkürzungen nutzen. Hier eine kleine Vokabelkunde für Anfänger, plus divereser Antwortmöglichkeiten:

Top! Mid! Support!

-> Spätestens in Euren ersten Ranked-Spielen ab Level 30 werdet Ihr pünktlich zu Spielbeginn mit „Top!“ und „Mid!“ Kürzeln überflutet werden – meist gefolgt von der sinnigen Erweiterung „I said first! Me MID!!!“.

Ja, die Leute streiten sich in diesem Spiel sehr gerne um die Lane-Verteilung. Die obere (Top!) Lane und die mittlere (Mid!) Lane scheinen es dabei rund 99 Prozent aller Spieler besonders angetan zu haben – nur in seltenen Fällen werdet Ihr einem Spieler begegnen der gleich in den ersten Sekunden lautstark „I AM SUPPORT!“ in die Runde kreischt.

Hier benötigt Ihr viel Feingefühl und viel Aushaltevermögen, vor allem aber die Möglichkeit auch mal in eine Rolle zu schlüpfen die Ihr nicht zu 100 Prozent beherrscht. Überhaupt ist dies eine der ersten, goldenen Regeln des Ranked-Spiels: Seid vielfältig einsetzbar! Setzt nicht nur auf einen Champion, sondern durchschaut das Spiel in ALLEN Rollen, sei es Supporter, Jungler oder Carry.

Anstelle Eure anonymen Mitstreiter also gleich für das „Top!“ zu verdammen, solltet Ihr Euch erstmal vor Augen halten dass grundsätzlich alle Spieler dieses Spiel gewinnen wollen. Niemand meldet sich zum Spiel an und hat die feste Absicht zu verlieren – selbst die größten Trolle und Clowns gehen mit einem unterdrückten „Wäre schön wenn nach 20 Minuten ein ‚Victory!‘ auftauchen würde!“ ins Spiel.

Wenn Eure Teammitglieder also denken Sie seien für die Top- oder Mid-Lane am besten geeignet – lasst sie! Nehmt es lieber auf Euer Konto die übrig gebliebenen Rollen perfekt zu besetzen, anstelle Euch über die bereits gewählten Rollen aufzuregen.

Superhero-Teemo-Chinese

ss / ss2 / mia

-> Zu Beginn werden sich viele Anfänger fragen: „Was zum Geier bedeutet dieses ständige ss im Chat?“. Worauf ich Euch gleich beruhigen kann: Nein, nicht alle LoL-Spieler sind bekennende Fans von Himmler’s schrecklicher Schutzstaffel. Das „ss“ ist schlicht die Abkürzung für „miss“ – und das wiederum bedeutet dass die gegnerischen Champions gerade nicht auf der Lane sind, wo sie eigentlich hingehören. Ergo: ‚uffgepasst! Die Jungs und Mädels könnten plötzlich bei Euch um die Ecke schauen!

Merkt Euch also bei einer verlassenen Lane fix „ss“ (oder bei zwei fehlenden Champions „ss2“) in den Chat zu tippen. Kostet Euch kaum mehr als eine Sekunde Spielzeit und rettet Leben. In absehbarer Zukunft soll übrigens ein zusätzlicher „Pling“-Button inklusive Geräusch ins Spiel integriert werden, welcher auf die Abwesenheit der Lane-Konkurrenz hinweist. Nett!

Wichtig: Mitspieler die ihre Lane zu weit gepushed haben ohne sich mit einem Ward abzusichern und danach EUCH verantwortlich machen, dass Ihr kein „ss“ gegeben habt, solltet Ihr am besten ignorieren. Andererseits solltet Ihr natürlich auch selbst nicht auf ein „ss“ warten, wenn ein kurzer Blick auf die Karte unten rechts doch eigentlich genügt um Euch anzuzeigen, dass Ihr besser drei Schritte zurück zu Eurem Turm gehen solltet.

Auch an dieser Stelle nochmal ein fettgedrucktes „Kauft Wards!“ und das Problem mit dem „ss“ hat sich erledigt! Der obligatorische Blick auf die Karte leider noch immer nicht!

PS: „mia“ bedeutet „Missing in Action“ und ist vergleichbar mit einem „simplen“ ss.

Fizz-with-Urf

Report!

-> Die Aufforderung einen Spieler zu „reporten“ sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Ein ernstgemeinter Report kann für einen Spieler zu einem temporären oder gar vollständigen „Ban“ führen – oder um’s noch klarer auszudrücken: Euer Account-Name wird zeitlich gesperrt und Ihr werdet vom Spiel ausgeschlossen.

Bis es soweit kommen kann hat Hersteller Riot Games zum Glück einige Instanzen eingebaut, welche den „Report“ zuerst begutachten und am Ende entscheiden, ob der Report tatsächlich berechtigt war, oder nicht. Reporten könnt Ihr Spieler erst NACH einem Spiel in verschiedenen Kategorien, darunter Beleidigungen, Verweigerung von Teamspiel und auch ganz allgemein als „schlechter Spieler“.

Der erste Ruf nach einem „Report!“ wird auch im Spiel mittlerweile dann getan, wenn das Spiel verloren erscheint. Irgendein Sündenbock muss ja gefunden werden. Kleiner Tipp wenn Ihr Euch selbst in dieser tragischen Rolle befindet und Euer Team sich wie ein Tiger im Fleischwarenfachgeschäft verhält: Drückt die Tabulator-Taste und stellt die werten Teamkollegen mit einem Druck auf die Sprechblase auf „still“ – so bekommt Ihr keine beleidigenden oder gar verletzenden Chat-Mitteilungen mehr zu lesen. Wichtiger: Ihr müsst nicht darauf reagieren!

Ganz im Ernst: Durch einen auf stumm gestellten Chat entspannt sich die Situation manchmal so sehr, dass Ihr wieder ins Spiel finden könnt. Versucht’s mal!

Tipp: Ihr wollt einmal selbst in die verrückte Welt der LoL-Reports hineinschnuppern? Dann surfed doch einfach mal im Tribunal vorbei! Als angemeldeter LoL-Spieler bekommt Ihr ab Level 20 die Gelegenheit in die furchtbare Welt der endlosen Beleidigungen einzutauchen und danach ein (hoffentlich) gerechtes Urteil darüber zu fällen. Hier der Link!

Graves

Noob! / Bloody Noob!

-> Hachja, die Geschichte des Noobs ist eine Geschichte voller Mißverständnisse. Macht Euch darauf gefasst diesen Begriff in Eurer LoL-Karriere öfters zu hören – er gehört fest zum Umgangston dazu und wird beinahe in jedem Spiel ausgepackt, wenn das Schiff zu sinken beginnt. Das Wort „Noob“ kommt übrigens von „Newbie“ und fasst zunächst erstmal nur zusammen, dass man ein „Anfänger“ ist. Was ja eigentlich nichts verwerfliches sein sollte – aber in den Kreisen stämmiger LoL-Champions wird halt niemand gerne zum Anfänger deklassiert.

Übrigens: Ihr könnt niemanden für das Wort „Noob!“ reporten. Das wäre so, als würdet Ihr Spaghitti Bolognese ohne Hackfleisch machen. Der „Noob“ Begriff gehört zum LoL-Spiel so dazu wie der Bauer ins Schachspiel und die Badstraße ins Monopoly.

feed / fed / „Stop feeding for gods sake!!!“

-> Das eingedeutschte Wort „feeden“ bedeutet schlicht, dass sich gerade ein gegnerischer Champion an Euch vollfuttert. Unvorsichtige Spieler gewähren dem Gegner schnell einige unnötige Kills… und je mehr Kills der Gegner abstauben kann, desto mehr ist er halt „gefüttert“. Wer sich mein Kapitel über Gold durchgelesen hat, der dürfte jedoch mittlerweile nachvollziehen können, dass ein Champion mit 20 Kills nicht unbedingt auch diesen Goldwert mit sich schleppen muss.

KS / Kill Steal

-> Ihr habt Euch ein episches Duell mit einem gegnerischen Champion geliefert und holt gerade zum finalen Schlag aus, da kommt ein kleiner Teemo aus dem Gebüsch geschossen und tötet Euren Gegner mit dem letzten Schuss aus seinem Blasrohr? Der Ärger über einen „gestohlenen Kill“ mag verständlich sein, aber auf Ebene des Spielsystems ist er absolut unwichtig. Selbst ein Supporter der versehentlich einen Kill abstaubt kann das erbeutete Gold sogleich in mehr Wards (mehr Sicht!) und bessere Support-Items anlegen.

Warum sich Leute über sowas aufregen ist mir bis heute ein Rätsel. Die Bemerkung „KS!“ sollte also stets ironisch getroffen werden, von wegen „Du verdammter Abstauber!“. Ernst gemeinte „KS!“-Aussagen sollte man einfach ignorieren – diese Menschen verdienen Eure Aufmerksamkeit einfach nicht.

Denkt daran: Solange der gegnerische Champion tot im Nexus verweilt habt Ihr die Lane und die Vasallen für EUCH. Das somit verdiente Geld könnt Ihr also schnell gegen die paar Moneten stellen, welche Euch durch den „KS“ entgangen sind. Farmt also in Ruhe weiter und seid glücklich, dass der Kollege vorbeigekommen ist!

Tipp: Tanks, Jungler und Supporter sollten Ihre Attacken stets so planen, dass der Carry den Kill angerechnet bekommt. Leichter gesagt, als getan – aber durchaus ein erstrebenswertes Ziel.

Irelia

Plz / Thx! / gj!

-> „Bitte!“, „Danke!“, „Gut gemacht!“ (Good Job!). Keine Sorge, ich liste diese Wörter hier nicht auf, weil ich Euch für zu doof dafür halte. Nein, sicher nicht.

Vielmehr will ich nochmal darauf hinweisen, dass ein einfaches „Thx!“ oder „gj!“ im Spiel manchmal mehr wert sind, als jedes Gold-Item und jeder Champion-Kill. Ihr braucht Euren Mitspielern keinen Honig ums Maul zu schmieren, aber ein gut getimtes Lob festigt das Team-Gefüge und macht das Spiel erheblich entspannter. Nutzt es!

gg / ggwp

-> Nach einem Fußballspiel geben sich die Kontrahenten auf dem Platz die Hände. Nach einem LoL-Turnier steht der Verlierer auf, geht zum gegnerischen Team und reicht den Gewinnern die Hände. Ein „gg“ ist fix in den Chat geschrieben und ist das schriftliche Ebenbild zu diesen Situationen.

„gg“ bedeutet dabei schlicht „Good Game“, ergänzt mit „wp“ packt Ihr noch ein „Well played“ („Gut gespielt!“) obendrauf. Diese Floskel sollte eigentlich zum guten Umgangston JEDEN Spielers gehören, wird meiner Meinung nach aber noch immer viel zu selten genutzt. Ja, tatsächlich: Ihr dürft auch mal Euren Gegner dafür loben schlicht BESSER gespielt zu haben, als Ihr selbst. Das hat nichts mit Schleimerei zu tun, sondern festigt letztendlich Euren eigenen Charakter und Eure Fertigkeit Euer eigenes Spiel objektiv betrachten zu können.

Leute die am Ende ein „bg“ (Bad Game) oder „easy!“ in den Chat schreiben sind dementsprechend dieselben Leute, welche dem Gegner nach dem Fußballspiel auf dem Platz offen ins Gesicht spucken. Lasst es bleiben und benehmt Euch nicht wie ein Arschloch. Es gibt genug schlechte Verlierer da draußen!

Jax

CS

-> Creepscore. Die Anzahl getöteter Vasallen. Wie bereits geschrieben ist der CS mit eine der wichtigsten Einnahmequellen in League of Legends. Wenn Euch also jemand ob Eures niedrigen CS anspricht oder offen anpöbelt, solltet Ihr selbst einen Blick auf diese Zahl werfen. Nach 10 Minuten sollte da eine 75 stehen, nach 20 Minuten eine 160. Lasst das Gold nicht auf der Lane liegen und farmt!

fuck / ffs / „böses Schimpfwort Nummer 20.201“

-> Besonders für deutsche Spieler hört sich ein „Fuck“ nach einem fiesen Schimpfwort an – in Wahrheit ist es wohl der gebräuchlichste Fluch in der englischen Sprache und dementsprechend oft genutzt um seinen Hass zu kanalisieren. „ffs“ ist die Abkürzung für „for fuck’s sake“ und bedeutet schlicht „verdammt nochmal!“.

Schlimm wird’s erst bei persönlichen Beleidigungen, welche über das Spiel hinausgehen. Besonders deutsche Spieler müssen oft mit „Nazi-Sprüchen“ klarkommen, hinzu gesellen sich muntere Aussagen über Eure Mütter, Väter und die gesamte Sippschaft. Auch hier hilft die „Ignore“-Funktion um gemütliche Ruhe einkehren zu lassen.

Fließband-Flucher solltet Ihr am Ende des Spiels reporten – so sorgt Ihr dafür, dass der fiese Mob in Zukunft hoffentlich ruhig gestellt wird. Übrigens gilt dies nicht nur für Eure eigenen Team-Kollegen! Denkt daran, dass Ihr auch mit Spieler X aus dem gegnerischen Team irgendwann zusammenspielen könntet – ein Report hilft also auch in diesem Fall.

Spielerisch ist es übrigens von hohem Nutzen, wenn das gegnerische Team nur noch mit Motzen beschäftigt ist, anstelle sich auf das Spiel zu konzentrieren. Die meisten dieser Spiele werden dementsprechend gewonnen, bzw. verloren.

Koi-Nami

Blue / Red / Dragon / Baron / Nashor

-> Eigentlich selbsterklärend die Namen für die zwei wichtigsten Buffs im Spiel, sowie den Drachen und Baron Nashor. Versucht diese Orte stets in Sichtweite zu halten und schützt sie um jeden Preis vor dem gegnerischen Team. Noch wichtiger: Helft Eurem Jungler dabei diese Buffs zu sichern!

Ward! Inv Ward!

-> Selbsterklärend: kauft Wards und kontert gegnerische Wards durch Invisible Wards – auch gerne „Pink Wards“ genannt.

Pling / I plinged

-> Der Druck auf die Karte um zum Angriff zu blasen oder dem Team zum Rückzug zu raten. Nutzt diese Funktion, welche von Riot bald durch zusätzliche Infos ergänzt werden soll.

Demolisher-Nunu

Invade / „invaden“

-> Der klassische Invade beginnt, bevor das Spiel überhaupt richtig begonnen hat. Das gesamte Team versucht in diesem Fall den Gegner auf Level 1 im Jungle aufzustöbern und im besten Fall einen der begehrten Buffs für sich zu beanspruchen. Der gängigste Invade führt Euch vom Gebüsch in der mittleren Lane gleich in den gegnerischen Jungle. Macht am besten einen festen Zeitpunkt aus, damit sich alle Mitglieder auf einmal in den Jungle stürzen – schreibt einfach 1:37 oder eine andere Zeit in den Chat und los geht’s!

Mit etwas Glück könnt Ihr bei einem Invade nicht nur den Buff klauen, sondern erzielt noch ein „First Blood“ obendrauf. Der perfekte Start für ein Spiel!

Tower Dive / „diven“

-> Grundsätzlich eine eher schlechte Idee ist es den Gegner UNTER seinem Turm anzugreifen. Habt Ihr jedoch die Oberhand und einen kräftigen Jungler an Eurer Seite, kann ein sogenannter Tower Dive schnell einen Kill sichern. Seid vorher jedoch sicher, dass die restlichen Gegner noch auf ihrer Lane hocken, anstelle Euch danach im Jungle aufzulauern.

Grundsätzlich gilt: Lasst es besser bleiben und greift nur in Situationen zum Tower Dive, in denen Ihr 100 Prozent sicher seid mit dem Leben davonzukommen!

Tipp: Der Ohmzerstörer ist das einzige Item im Spiel, welches Euch vor Türmen schützen kann! Einmal aktiviert seid durch den Ohmzerstörer ganze 2,5 Sekunden sicher vor Turmschaden. Das perfekte Item also für alle suizidal-veranlagten Diver.

Desert-Trooper-Garen-Chinese

Backdoor

-> Durch die Hintertür. Als „Backdoor“ werden in dem Spiel Situationen beschrieben, in denen ein einzelner Champion gemütlich Tower einreißen kann, während der Rest des gegnerischen Teams am anderen Ende der Welt beschäftigt ist. Da die Hintertür entsprechend weit außerhalb Eurer „Safe Zone“ liegt, eignen sich für diese Strategie nur bestimmte Champions. Ihr solltet also eingebaute Geschwindigkeitssteroide haben, um im ungünstigen Fall schnell das Weite suchen zu können.

Obwohl die Backdoor-Taktik spielerisch erfolgsversprechend ist, wird sie von der Community als „Angsthasen-Taktik“ verschrien und entsprechend diskutiert. Kurz: Ihr hinterlasst als Backdoor-Champion nie einen guten Eindruck. Das gilt selbst für’s eigene Team, welche Euch verzweifelt anklagen werden lieber in der Basis auszuhelfen, anstelle heimlich Türme einzureißen.

Base Race

-> Das Base Race ist praktisch die Evolution der Backdoor-Taktik: Wenn nach 45 Minuten kein einziger Turm mehr auf der Karte verweilt ist jeder Kill potentiell spielentscheidend. Dementsprechend gehen sich einige Teams soweit aus dem Weg, dass es am Ende nur noch darum geht den gegnerischen Nexus schneller einzureißen, als der Gegner dies schaffen könnte. Keine angenehme Situation!

Abkürzungen und Co.

Die ganzen Abkürzungen für die diversen Gegenstände spare ich mir mal an dieser Stelle. Fragt zur Not einfach nochmal nach welchen Kauderwelsch Eure Kollegen da gerade ablassen – einige Zocker vergessen im LoL-Trubel gerne eine verständliche Sprache zu sprechen.

Hierzu auch noch gleich der Rat: Chattet nicht allzu ausgiebig WÄHREND Ihr spielt! Nutzt dafür lieber die Pausen in denen Ihr tot auf Eure Wiederbeschwörung wartet!

Soviel für diesen Teil meines großen Ratgebers! Nächste Woche geht es weiter mit fortgeschrittenen Strategien und einer dicken Portion LoL-Psychologie – damit vollbringt Ihr im Spiel bessere Kunststücke, als jeder Zauberkünstler da draußen!

Renekton-vs-Jarvan