Special Forces: Team X – Come let the dogs out!

Flattr this!

sfx 4

Third Person Shooter sind auf dem PC leider noch immer Mangelware – streng genommen kommt keiner der erhältlichen Titel an den Xbox 360 Klassiker Gears of War heran. Und so werden die ersten Blicke auf Special Forces: Team X wohl oder übel mit einer hochgezogenen Braue stattfinden. Noch ein Shooter? Von einem Entwicklerteam namens Zombie? OHNE Zombies? Dafür mit Soldaten und Cel Shading?

Dabei sind die fleißen Entwickler-Zombies alles andere als auf den Kopf gefallen – bereits der Free2Play-Shooter Blacklight Retribution genießt bis heute einen extrem guten Ruf. Da muss man sich schon eher die Frage stellen warum Special Forces: Team X plötzlich doch wieder auf das gängige Bezahlmodell setzt – wobei die 10 bis 15 Euro alles andere als übertrieben für das Gebotene sind.

Die wahrscheinlichste Antwort auf diese Frage liegt in der zeitgleichen Veröffentlichung von Special Forces: Team X auf Xbox 360 UND Steam.Vertrieben wird der Titel dabei von niemand geringerem als Atari Inc. – trotz ihrer Insolvenz.

sfx

Ich persönlich habe für diesen Test die PC-Version angespielt – alle weiteren Infos beziehen sich also auf diese Version. Achja, bevor ich es vergesse: Controller-Support ist mit drin und Steam’s Big Screen wird natürlich ebenso unterstützt. Nice!

Bevor wir in die Spielmaterie tauchen folgt der obligatorische Trailer. Here we go!

Special Forces: Team X (oder abgekürzt STX) ist nicht nur ein bombiger Name für ein Spiel, der Titel steht praktisch für den Inhalt: Epische Action im A-Team Stil! Dabei ist STX ein reiner Mehrspieler-Shooter; abseits vom munteren Gruppengeballer gibt’s für Solo-Krieger nichts zu tun. Selbst Bots haben es (noch) nicht ins Spiel geschafft.

Kommen wir erstmal zu den herausragenden Eigenschaften von STX: Das zugrunde liegende Deckungssystem funktioniert prächtig – nur an einigen Stellen fragt Ihr Euch, aus welch bescheuertem Winkel Ihr diesmal abgemurkst wurdet. Kurz: Nicht jede Deckung hat diesen Namen auch verdient!

Überhaupt offenbart sich die gesamte Steuerung als sehr knackig und auf den Punkt gebracht – sehr gut! Für Euren Freizeit-Rambo dürft Ihr jederzeit zwischen zwei verschiedenen Ausrüstungs-Sets wählen; hier gibt es einen HAUFEN unterschiedlicher Equipment-Möglichkeiten, welche Ihr Euch gegen Erfahrungslevel freischalten könnt. Der erste Minuspunkt: Die Zeit um aufzusteigen fühlt sich doch etwas ZU lang an – entsprechend langsam schaltet Ihr neue Waffen und Klamotten frei. Leider der falsche Weg für einen spaßigen „Zwischendurch“-Shooter wie STX.

sfx 6

Die im Spiel erhältlichen Waffen sind übrigens beinahe allesamt lizensiert – einem Vertrag mit Softair-Hersteller Cybergun sei Dank erblickt Ihr Original-Teile von Smith & Wesson, COLT, SIG SAUER und DESERT EAGLE. Auf der anderen Seite dürft Ihr Euch im Spiel zusätzliche Bonus-Waffen krallen: Lauft mit einer Motorsäge Amok, lasst mit einem Granatwerfer Explosionen auf Eure Gegner herabregnen oder trennt mit einem kräftigen Scharfschützengewehr diverse Köpfe von ihren Körpern.

Die Brutalität bleibt bei STX stets auf ästhetischer Ebene verankert und gibt der kräftigen Comic-Darstellung im 80’s Action-Stil den nötigen Wumms – die deutsche Version ist dementsprechend unzensiert. Einzig der Spagat zwischen realistischen und klaren „over the top“ Waffen wirkt teilweise nicht bis zu Ende gedacht. So hätte ich mir persönlich noch mehr „over the top“ Zeug gewünscht – aber man kann scheinbar nicht alles haben. Immerhin dürft Ihr Euren Gegnern fiese Kampfhunde auf den Hals hetzen – dumm nur dass die Viecher scheinbar nur drei Animationsphasen besitzen und gerne an Wänden kleben bleiben.

sfx 5

In Sachen Spielmodi erfreut Ihr Euch über einen ganzen Batzen Optionen: Team Deathmatch mit bis zu vier unterschiedlichen Teams, Control Points (CP) mit klassischem Dominations-Prinzip (haltet drei Punkte so lange wie möglich), Capture The Flag, Hot Zone (HZ), High Value Target (HVT)…. da gibt’s einiges zu tun! Besonders in den Modi abseits vom typischen Deathmatch-Geballer ist Teamplay und Deckungsfeuer Pflicht – das Zusammenbleiben wird sogar mit einem Punkte-Bonus belohnt.

Das Sahnehäubchen auf dem bereits wohlschmeckenden Baller-Kuchen bilden die zufällig aus drei Sets zusammengesetzten Karten. Vor Spielbeginn wählt Ihr welche der drei Settings Ihr bevorzugt, danach wird abgestimmt und die Karte generiert. Leider gibt’s hier noch nicht genug Auswahl – dafür sind Sets wie das Lagerhaus, eine Baustelle oder eine Bootshalle fantastisch gestaltet und bieten zahlreiche Hintertüren für Überraschungsangriffe. Und zusätzliche Kartensets können in Zukunft ja noch kommen…

Womit wir gleich bei meinem persönlichen Sorgenkind wären: Die Anzahl der Spieler ist bereits jetzt (kurze Zeit nach dem offiziellen Launch) äußerst gering – mangelnder Werbung seitens Atari Inc. sei Dank. Immerhin kann man der insolventen Firma nur schwer einen Vorwurf machen – Schade um den Titel ist es dennoch.

Immerhin werden Euch auf PC sogar dedizierte Server geboten – ein Luxus für solche Titel. Noch finden sich genug Spieler für eine lustige Runde zwischendurch – doch wielange wird sich dieser Status Quo halten, wenn bereits jetzt einige Spielmodi schlicht nicht gespielt werden?

sfx 3

Ebenfalls nervig und ein weiterer, kleiner Minuspunkt auf der Wertungsskala ist die Wartezeit zwischen den Duellen: alleine für die Auswahl der Karte werden stolze 40 Sekunden veranschlagt, insgesamt habt Ihr zwischen den meist fünf bis zehnminüten Match-ups eine Wartezeit von 80 Sekunden. Die Hälfte hätte es hier auch getan. Und wo wir gerade „Ich wünsche mir!“ spielen: Ein Random-Spielmodus der alle Spielmodi miteinbezieht wäre ebenfalls klasse!

Mein Daddel-Fazit bislang: Mit Freunden ein äußerst spaßiger und erstaunlich taktischer Third-Person Shooter, der an einigen Stellen noch etwas Feinpolitur benötigt und in Sachen Inhalt noch eine Prise drauflegen dürfte. Ob die 10 bis 15 Euro gut angelegt sind kann ich leider noch nicht abschätzen – um den Titel langfristig erfolgreich werden zu lassen benötigt es schlicht weiterer Spieler. Wenn Ihr schon immer einen coolen Deckungs-Shooter für PC gesucht habt solltet Ihr also nicht länger zögern und dem Titel eine Chance geben!

Xbox 360 Zocker greifen nur dann zu, wenn sie etwas Abwechslung vom Gears of War Alltag suchen. Hier gibt’s immerhin Kettensägen PUR. Und Kampfhunde. Hell yeah!

Abschließend noch fix das aktuelle „WTF is…“ des zynischen Briten: