Daniel daddelt Rush Bros.

Flattr this!

Rush Bros 9

Super Meat Boy ist das erste was mir einfällt, wenn ich mich an Rush Bros. setze. Super Meat Boy im DanceClub unter Drogen.

Auch Super Meat Boy hatte bereits einen fantastischen Soundtrack, band diesen jedoch nicht ins wirkliche Spielgeschehen mit ein. Eine Lücke, die Indie-Entwickler XYLA Entertainment mit Hilfe des israelischen Musik-Duos Infected Mushroom jetzt mit Rush Bros. schließen will. Ja, richtig gelesen: Freut Euch schonmal auf eine Umgebung, die sich der Musik anpasst!

Rush Bros 2

In seinem Herzen bleibt Rush Bros. natürlich noch immer ein typisches Jump’n’run: die über 40 Level empfangen Euch entsprechend warmherzig mit tödlichen Säurebädern, fiesen Fallen und jeder Menge Trampolinen. Interessant wird’s erst mit der Verkopplung von Musik und Spiel: so schießen Euch einige Stachelfallen im Basstakt entgegen, während sich Falltüren in einem ganz anderen Takt öffnen.

Die teils recht schrägen Trance-Melodien von Infected Mushroom gehen dabei gut ins Ohr und lassen Euer Wohnzimmer mit wuchtigen Bässen beben.

Wer elektronische Töne hasst, dem kann aber auch geholfen werden: Bindet einfach Eure eigenen MP3-Playlists ins Spiel ein! Leider ist die Einbindung über’s Optionsmenü noch ein wenig frickelig – allen voran weil bei der von mir angespielten Version der Wechsel von Joypad zu Keyboard nötig wurde um die Eingaben zu bestätigen.

Überhaupt sind die Optionen und der Aufbau der Menüs nicht wirklich fließend – mal beendet Ihr das Spiel aus Versehen (eigentlich wollte ich doch nur zurück ins Hauptmenü!), mal erscheint plötzlich die Wahl zwischen den Extra-Modi „Survival“ und „Remix“ (gut versteckter Menüpunkt oben rechts, der gerne mal „so“ dazwischenspringt), die Lautstärke lässt sich scheinbar nicht mit dem Controller anpassen (höchstwahrscheinlich bin ich einfach zu doof…) und, und, und..

Kurz gesagt: Für ein Spiel, welches sich in nur wenigen Sekunden von selbst erklärt, ist die Bedienung der Menüs recht frickelig und unbefriedigend gelöst.

Rush Bros 4

Kleine, farbliche Anspielung an Super Meat Boy?

Rush Bros 5

Während viele Level Euch mit buten Hintergründen in den Wahnsinn treiben, gibt es auch stilistische Abwechslung in Form von solchen Levels wie diesem.

Wo waren wir… achja! Playlists! Ich habe eben kurz einige Stücke ausprobiert… und gemäß der Aufgabe des Spiels macht es natürlich nur wenig Sinn Stücke zu spielen, welche ruhig und sanft dahinlangweilen. Selbst Classic Rock in Form von CCR harmonierte nicht wirklich mit dem Spiel… der Soundtrack von WipEout, Dancefloor, schnelle Punk- und Metal-Stücke, sowie das Titellied von Yoshi’s Island schon eher 🙂

Womit wir schon zum Kern des Spiels kommen, der Spielmechanik und der Steuerung. Während ich von vielen Jump’n’runs in letzter Zeit eher moderate Erdanziehungskräfte gewöhnt bin, haut Euch Rush Bros. nach einem Sprung beinahe gnadenlos zurück Richtung Boden. Zu Beginn ist diese starke Gravitation sehr gewöhnungsbedürftig, lässt sich aber durch’s Rutschen über den Boden in ein nettes Momentum verwandeln.

Rush Bros 10

Mit Joypad ist gut spielbar, aber auch die Tastatur funktioniert entgegen diesem Tipp hier prächtig. Schaltet nur unbedingt die Jump-Taste um – wer zum Geier springt heutzutage noch mit der „Pfeil nach oben“ Taste???

Hinzu kommen diverse Items welche Euch einen Doppelsprung gewähren oder die Gravitation schlicht verringern – so spielt es sich dann doch entspannter. Anfänger brauchen übrigens keine Angst zu haben: Die Rücksetzpunkte innerhalb der Level sind äußerst fair verteilt und Ihr braucht nicht immer wieder von Anfang an zu starten. Hardcore-Jumper, denen das nicht Nervenkitzel genug ist, versuchen sich einfach am Survival Mode und rasen mit nur einem Leben durch die Level.

Richtiger Spielspaß kam allerdings erst auf, als meine Frau zum Joypad griff: Rush Bros. bietet einen Splitscreen-Modus für alle Couch-Potatoes, sowie einen waschechten Online-Modus für bis zu zwei Spieler. Ebenfalls im Zweispieler-Modus aufgewertet werden die Items innerhalb der Level: Dreht den Bildschirm Eures Mitspielers um, lasst den Ausschnitt wachsen, verdunkelt ihn oder kehrt seine Steuerung um – da entwickelt sich in Sachen Schadenfreude fast eine Prise Mario Kart.

Rush Bros 1

Außerdem zeigte mir eigentlich erst der Zweispieler-Modus, wie wichtig Geschwindigkeit in diesem Spiel ist: Trödelt nicht herum und rast so schnell wie möglich zum Ziel! Was im Einzelspieler-Modus zuerst ein wenig untergeht und nicht klar vom Spiel gefördert wird, ließ mir im Wettrennen mit Nina die Schuppen von den Augen fallen! Hier geht’s um Bestzeiten!

Wielange der Einzelspieler-Modus für sich fesseln kann, weiß ich bislang noch nicht abzuschätzen. Die 41 Level sind definitiv schick ausgetüftelt und bieten dank der unterschiedlichen Soundkulisse auch echten Wiederspielwert. Zudem werden Eure „Geister“ gespeichert und Ihr dürft in Online-Ranglisten antreten. Packt noch den Survival- und den Fast Forward – Modus (die Level schnell vorspulen!) obendrauf, schon passt das Paket eigentlich auch für Solo-Jumper.

Erwartet nur kein großes Highlight, aber für einen schnellen Spaß für zwischendurch könnt Ihr hier kaum was falsch machen. Mit einem zweiten Spieler, der sich auch auf Rush Bros. einlassen will würde ich dagegen eine klare Kaufempfehlung aussprechen – zu Zweit rockt der Titel die Hütte, auch wenn’s „nur“ Techno ist 😉

Rush Bros. ist ab sofort auf Steam für 8,99 Euro erhältlich, das Zweierpack kostet Euch 12,59 Euro.

Hier geht’s zur offiziellen Website: www.playrushbros.com
Hier geht’s zur Facebook-Seite:facebook.com/RushBros