Nosgoth wird zum Multiplayer Shooter

Flattr this!

Nosgoth Factions

Nosgoth. Alleine der Name lässt wohlige Erinnerungen in mir hochkommen. Schon der erste Teil der gewaltigen Vampir-Saga rund um Kain und Raziel sollte ursprünglich auf den Namen „The Pillars of Nosgoth“ hören, wurde aber dann später zu Blood Omen:  The Legacy of Kain. 1996 ist der Titel für PlayStation erschienen, danach folgten bis 2003 vier weitere Teile.

Wirklich aktiv waren die Vampire aus Nosgoth schon lange nicht mehr, aber ihr Vermächtnis begleitet viele Fans bis heute. Das Entwicklerstudio Silicon Knights schloss seine Tore nach einem gewaltigen Gerichtsakt mit Epic Games, Gründer Denis Dyack stampfte daraufhin ein neues Studio namens Precursor Games aus dem Boden.

Außer einem großen Scherbenhaufen ist also nicht mehr viel übrig vom einstigen Glanz der Serie. Und das wird sich – soviel kann ich vorausgreifen –  auch mit Nosgoth nicht ändern.

Nosgoth entsteht aktuell bei Psyonix, einem eher für Handy-Spiele bekannten Entwickler. Als Publisher fungiert Square Enix. Bereits die Nennung von Psyonix lässt nichts Gutes erhoffen, doch der Trailer lässt selbst Optimisten mit blutunterlaufenen Augen den Kopf schütteln. Bevor ich weiter rede… schaut’s Euch selbst an:

Ja, richtig gesehen: Nosgoth ist ein kompetitiver, Team-basierter „Menschen gegen Vampire“ Shooter. Und um die Sache noch viel, viel besser zu machen, wird Nosgoth free2play.

Aktuelles Ergebnis des Trailers: jede Menge angepisste Fans, welche sich bereits auf der offiziellen Facebook-Seite von Nosgoth auskotzen und viel Community-Arbeit für Square Enix generieren. Mit Community Arbeit meine ich in diesem Fall „Kommentar löschen. Kommentar löschen. Kommentar löschen.“

Der Trailer von Nosgoth erinnert dezent an das ebenfalls verhasste und Fans gesteinigte Shadowrun von 2007. Seitdem ist viel Zeit vergangen, aber auch aktuellen Mehrspieler-Ballereien auf Steam und Co. geht es nicht besser. Bei der Schwemme von Titeln kein Wunder: Lobbys verwaisen und selbst gute Spielkonzepte (wie beispielsweise Gotham City Imposters) funktionieren nur bedingt, wenn die Spielerzahlen zwischen NULL und MAXIMAL 10 LEUTE schwanken.

Warum sich Square Enix für dieses Multiplayer-Arena-Experiment ausgerechnet auf das Vermächtnis von Kain und Raziel stürzen muss, ist mir tatsächlich ein Rätsel. Das einzige was die Fans bis heute wollten ist ein neues Rollenspiel in der Welt von Nosgoth, zur Not in der noch recht zweidimensionalen Optik von Blood Omen: The Legacy of Kain.

Tatsächlich sehe ich (noch) kein mögliches Szenario, in dem Nosgoth als Multiplayer Shooter funktionieren könnte. Aber vielleicht wird mich die Zukunft in dieser Hinsicht Lügen strafen.

Pffff.

Multiplayer Shooter.

Pffffffffff.