Mark Rubins (Infinity Ward): CoD-Spieler sind keine Hardcore-Spieler

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Ich bin ja großer Fan von Leuten, die ihre ehrliche Meinung im Internet vertreten, ohne sich große Gedanken über die Konsequenzen zu machen. So auch Mark Rubins, dem Executive Producer bei Infinity Ward, den Jungs hinter der Call of Duty: Modern Warfare Serie, die kurz vor der Veröffentlichung von Call of Duty: Ghosts stehen.

Eventuell hängt die provokative Aussage auch damit zusammen: PR ist halt PR, egal aus welcher Richtung der Wind weht. In einem Interview mit dem offiziellen Xbox Magazin ließ sich Rubins jedenfalls zu folgender Aussage verleiten:

„Es ist seltsam und ironisch, aber Call of Duty Spieler sind keine Hardcore Gamer. Man kann sie eigentlich absolut nicht als Gamer bezeichnen, obwohl sie jede Nacht Call of Duty spielen. Wir haben eine große Menge an Spielern, die Casual-Eigenschaften aufweisen und trotzdem jede Menge spielen.“

Im Kern geht die Aussage vor allem darauf zurück, dass sich viele Zocker da draußen tatsächlich nur aufgrund von Spielen wie Call of Duty oder FIFA eine Xbox oder PlayStation ins heimische Regal stellen und den Rest der Spielewelt komplett ausblenden. Indie-Spiele? Nie gehört! Japanische Rollenspiele? Hau bloß ab!

Ich persönlich hasse Verallgemeinerungen und Typisierungen von Menschen, so auch im Bereich der Videospieler. Tatsächlich werden selbst auf Wikipedia folgende Typen von Spielern unterschieden: Casual Gamer, Core Gamer, Hardcore Gamer, Pro Gamer, Newbie, Retro Gamer, Girl Gamer/ Gamer Girl und Gaymer. Letzteres ist kein Witz. Es gibt tatsächlich einen Begriff für homosexuelle Spieler.

Wer da noch durchblicken kann: Herzlichen Glückwunsch.

Warum Rubins ausgerechnet seine eigene Spielerschaft – eventuell unabsichtlich – herabstuft, ist mir ein Rätsel. Gehen wir tatsächlich vom viel gescholtenen und praktisch zur Karikatur erhobenen „Call of Duty Kiddie“ aus, wäre „Du bist kein Hardcore Gamer!“ wohl das letzte, was ich in dessen Rolle hören wollen würde.

Selbst wenn viele Spieler tatsächlich ausschließlich Call of Duty zocken sollten, steht der „Hardcore“ Begriff doch für mehr, als einzig die breit gefächerte Kenntnis des Mediums, sondern vor allem das Meistern von Spielen. Und wie kann man ein Spiel schon besser meistern, als es täglich zu zocken und sich mit großer Begeisterung die zigste Fortsetzung desselben Spielprinzips zu kaufen?

CoD Ghosts