Call of Duty: Ghosts – Angespielt auf der „Launch Party“ in Berlin

Flattr this!

IMG_0643

Activision hatte zum großen Start Event für das „Ego-Action-Kino“ Call of Duty: Ghosts eingeladen und zog damit eine große Schar an Fans, Prominenten und Journalisten ins verregnete Berlin. Inmitten der mit martialischen Totenköpfen – dem Logo des Videospiels –  „geschmückten“ Halle des Wasserwerks konnte der Titel eifrig im Einzelspieler- und Mehrspieler-Modus angespielt werden.

Die Call of Duty – Serie scheint in Videospielkreisen von ihrem Ruf als stumpfes und dummes Ballervergnügen nicht mehr wegzukommen. Die Aussage „Ich zock Call of Duty!“ gleicht dabei medial ähnlichen Eingeständnissen wie „Ich schaue Deutschland sucht den Superstar“ oder „Die letzte Folge von „Bauer sucht Frau“ war voll geil!“. Selbst von sich überzeugte und mündige Spieler mit einer dicken Portion Selbstbewusstsein sind sich des Rufs ihres liebsten Spiels bewusst.

1

 

2

Dabei erwartet auch niemand in Call of Duty: Ghosts versteckte Anspielungen auf Goethe oder Dostojewski zu finden. Die Spieler kommen für Explosionen und sie sollen Explosionen bekommen! In dieser Hinsicht hat die Serie noch nie leere Versprechungen gemacht. Doch die Kritik greift auch tiefer, nicht nur auf inhaltlicher, sondern auf Ebene des Spielsystems und der Spielmechanik.

3

IMG_0647

3

Während beim ärgsten Konkurrenten Battlefield 4 aus dem Hause EA bis zu 64 Spieler über weit ausladende Karten laufen, fahren, schwimmen und fliegen, gibt sich Call of Duty seit jeher mit einem kleineren Rahmen zufrieden. Enge Häuserkämpfe, klaustrophobische Gänge, schmale Gassen und mit Deckungen überhäufte Felder liefern das passende Szenario für Action im Sekundentakt.

Wrestling gegen Schach, FIFA gegen PES, Call of Duty gegen Battlefield: trotz der für Außenstehende kaum zu differenzierenden Äußerlichkeiten, unterscheiden sich beide Titel in Sachen Spielmechanik stark voneinander.

IMG_0526

7

IMG_0537

IMG_0536

In Berlin durften sich die versammelte Menge ein erstes Bild von dem Titel machen, während die Uhr mit einem Countdown bis zum offiziellen Start heruntertickte. Da sich das Event scheinbar nur um den virtuellen Krieg in Call of Duty drehen, und den aktuell grassierenden Konsolenkrieg zwischen eisernen PlayStation 4 Verfechtern und Xbox ONE Fans außen vor lassen sollte, stand auch nur ein einzige Konsolen innerhalb des Wasserwerks zur Verfügung: die Xbox ONE.

Wahrscheinlicher für die Exklusivität: ein Deal zwischen Activision und Microsoft, der zukünftige Download Inhalte zuerst auf Xbox 360 und Xbox ONE bringen soll.

IMG_0619

IMG_0622

IMG_0663

Insgesamt sechs Konsolen sorgten für erste Einblicke in die Einzelspieler-Kampagne, während der wesentliche größere Bereich für ausschweifende Mehrspielerrunden reserviert wurde. Auf der anderen Seite des Wasserwerks kämpfte die Call of Duty eSport Prominenz während dessen um Prestige und Anerkennung. Mit dem YouTuber Albertoson, Ex-Fußballer Hans Sarpei (zuletzt bei Schalke) und Noah Becker, dem Sohn von Boris Becker,  mischten sich auch einige bekannte Prominente unter die Spieler. Außerdem vor Ort: der Sänger und Musikproduzent Mateo Jaschik (DSDS-Juror), DJ Andre Tanneberger (ATB) und Synchronsprecher Ricardo Richter.

IMG_0550

IMG_0572IMG_0589++

IMG_0609

Der eigentliche Star war natürlich Call of Duty: Ghosts, welches abseits jeglicher Kritik für genau das sorgte, wofür es programmiert wurde: Unkomplizierten Shooter-Spaß. Die neuen Mehrspieler-Karten sorgen trotz der überschaubar gehaltenen Schauplätze für viel Abwechslung und laufen mit butterweichen 60 Frames über die Bildschirme. Grafisch hat sich der Titel im Vergleich mit den Vorgängern nur marginal weiterentwickelt, profitiert aber immens von seiner visuellen Abwechslung: Raumstationen, Unterwasserlandschaften, dichte Dschungel, Burgruinen, zerstörte Straßenzüge und eine Prise Science Fiction sorgen für freudig-feucht glänzende Augen.

IMG_0601 IMG_0629 IMG_0639

Enttäuschend hingegen der viel beworbene und zum Internet Meme mutierte Call of Duty Dog: der Schäferhund ist zwar hübsch animiert, spielerisch ist sein Nutzen jedoch arg limitiert. In den ersten Mehrspieler-Runden ist mir persönlich nicht mehr aufgefallen, als das klassische „Hund! Töte!“ auszuführen – da wäre sicher mehr drin gewesen. Immerhin war der Hund auch „live“ beim Event dabei und machte in „real“ eine erheblich charmantere Form.

Überhaupt spult Activision die klassische Call of Duty – Formel auf gewohnten Bahnen herunter, kreative Ideen bezüglich der Spielmechanik sind selten. Wenn der Spieler dann endlich mal so einen kreativen „Aha!“-Moment serviert bekommt, wird ihm die neu erlangte Fertigkeiten nach wenigen Minuten auch schon wieder aus den Händen gerissen. Schade!

IMG_0678+

Der komplette Test zum Spiel erscheint in den kommenden Tagen an dieser Stelle, aktuell spricht aber nichts gegen einen Kauf von Call of Duty: Ghosts. Es läuft flüssig und rund, der Mehrspieler-Modus rockt in seiner, auf Instant-Action beschränkten Weise wie eh und je, die Einzelspieler-Kampagne lockt mit visuell höchst unterschiedlichen Umgebungen und eine Explosion jagt weiterhin die nächste. Call of Duty: Ghosts ist tatsächlich kein Dostojewski. Aber der hat auch nur selten „Booom!“ gemacht. Daumen hoch!

Call of Duty: Ghosts ist ab sofort erhältlich für Xbox 360, PlayStation 3 und PC. Die Versionen für Xbox ONE und PlayStation 4 erscheinen zusammen mit den neuen Konsolen am 22. und 29. November. Der Titel ist freigegebn ab 18 Jahren und kostet aktuell rund 60 Euro.

5 (2)