Daniel daddelt Batman: Arkham Origins

Flattr this!

1367172340-batman-arkham-origins-7

Der dunkle Rächer hat bereits eine längere Reise hinter sich: Jahrelang wurden Batman-Spiele als schnelle Cash-ins für die Filme genutzt und waren qualitativ meist ähnlich attraktiv wie Fledermaus Guano. Mit Batman: Arkham Asylum und der Betreuung durch die englischen Rocksteady Studios durfte sich Bruce Wayne wieder herausputzen: Seit dem Start der Videospielserie sind die fiesen Zeiten von damals vergessen, aktuell gelten Batman-Spiele stets als Highlight des Jahres, in munterer Gesellschaft weiterer Triple A Titel.

Da lässt die Meldung, dass Batman: Arkham Origins nicht mehr bei den Rocksteady Studios entsteht, zuerst einmal etwas Misstrauen ob der Fertigkeiten der neuen Programmierer aufkommen. Zwar steht Rocksteady den „Neuen“ von Warner Bros. Games Montréal mit Rat und Tat zur Seite, dennoch liegt der aktuelle Fokus der Engländer scheinbar auf dem „Next Gen“ Batman, welches in den nächsten Monaten angekündigt werden dürfte.

Das Montréal Studio von Warner Bros. ist zumindest kein Unbekannter im Batman-Kosmos: die Kanadier betreuten bereits die Wii U Umsetzung von Batman: Arkham City. Dennoch handelt es sich, mit seiner Gründung im Jahre 2010, um ein noch recht junges Studio. Der brandneue Mehrspieler-Modus – eine Premiere für die Serie – wurde ebenfalls ausgelagert und von Splash Damage betreut, den Ego-Shooter vertrauten Jungs hinter Titeln wie Doom 3, Enemy Territory: Quake Wars oder Brink.

Verderben viele Köche den Brei… oder braucht sich der neue Batman nicht vor seinen Vorgängern verstecken?

Batman Origins 2

In der fortlaufenden Geschichte von Batman: Arkham Asylum zu Batman: Arkham City findet sich der Spieler – passend zum Titel Origins – in einem Prequel zur ursprünglichen Geschichte wieder. Der dunkle Rächer ist innerhalb Gothams noch weitestgehend unbekannt, wirkt jugendlicher, brutaler und ungestümer. Überhaupt stellt sich das Spiel etwas düsterer und brutaler dar, als die ohnehin schon dunklen Vorgänger.

Die Geschichte wirkt nur auf den ersten Blick einfach gestrickt: Bösewicht Black Mask flieht aus dem Hochsicherheitsgefängnis der Stadt und setzt ein Kopfgeld auf Batman aus. Schnell melden sich acht Profi-Killer, um den mysteriösen Batman als Fledermaus-Mus in den Boden zu stampfen. Viele der Bösewichte sind selbst für Serien-Fans weitestgehende Unbekannte: Deadshot präsentiert sich als tödlicher Sniper, Deathstroke als brutaler Söldner, Copperhead ist ganz schön giftig, Firefly düst mit einem Jetpack durch die Lüfte, der Electrocutioner setzt auf Elektroschocks, Killer Croc zeigt gerne seine Zähne und Shiva ist eine Meisterin der Martial Arts. Zumindest Wrestling-Hüne Bane kennt man aus dem letzten Batman-Film als Rücken-brechenden Mobster mit auffälliger Gesichtsmaske.

1367172339-batman-arkham-origins-5

Wer jetzt denkt „das war’s?“, der braucht sich keine Sorgen machen: Neben den acht Auftragskillern begegnet Batman auf seiner Reise durch das ausladende, und perfekt in Szene gesetzte Gotham City noch viele weitere, bekannte und meist überraschende Charaktere aus dem Film- und Comic-Kosmos. In Sachen Spielmechanik folgt Origins den Open World Spuren von Arkham City: der Spieler kann sich beinahe vollkommen frei durch die Stadt bewegen und findet in einer Fülle von Nebenaufgaben viel Ablenkung von der durchgängig fesselnd präsentierten Hintergrundgeschichte.

Die Kämpfe gegen Gangster, Mobster und perfekt inszenierte Bosse bauen auf das Combo-System der Vorgänger auf: Mit Schlägen und Tritten werden die Ganoven unschädlich gemacht, ein Knopf lässt Batman Konter-Attacken ausführen. In Sachen Gadgets ist das gesamte Portfolio mit am Gürtel, von Baterangs, über Explosiv-Gel, Rauchbomben, bis hin zum praktischen Greifarm, mit dem der dunkle Rächer von Dach zu Dach schwingt und dabei versucht Spiderman Paroli zu bieten. Neu dabei sind die Elektro-Handschuhe, mit denen Mister Bat im Nahkampf mehr Schaden austeilt.

Batman Arkham Origins

Wer keine Lust hat, durch die gesamte, recht ausladende Stadt zu schwingen, der kann beinahe jederzeit auf den Batwing zugreifen. Mit dem fixen Jet fliegt man diverse Punkte auf der Karte an, von denen die meisten jedoch erstmal freigespielt werden müssen. Dieses Checkpoint-System entschlackt den Spielablauf angenehm, lässt den Spieler aber nette Nebenaufgaben verpassen.

Ebenfalls neu an Bord sind die Detektiv-Aufgaben, welche an diversen Stellen der Geschichte auf Batman warten. Hier muss der Spieler anhand von Beweisen den Tathergang zurückverfolgen. Mit Hilfe der Detektiv-Ansicht scannt der Spieler die Umgebung und kommt den Bösewichten so auf die Schliche. Auch außerhalb der Suche nach Beweisen kommt die Detektiv-Ansicht öfters zur Anwendung: So lassen sich Schläger und Scharfschützen selbst durch Wände hindurch vorzeitig ausmachen, womit Batman stets vor der Wahl zwischen leisem Vorgehen oder offenem Kampf steht.

Batman Origins 3

Insgesamt baut Batman: Arkham Origins recht stark auf dem Vorgänger auf, erweitert den Kosmos aber um eine größere Umgebung und mehr Inhalte. Wirklich begeistern kann die Geschichte, die sich nur zu Beginn recht schnörkellos gibt. Auf der technischen Seite hat sich nicht viel getan: Arkham City ist noch eine Spur detaillierter und seine fiesen Bewohner können weiterhin beeindrucken. Stilistisch sehr nett ist das Winter-Szenario, welches sich nicht nur visuell, sondern auch musikalisch bemerkbar macht. Winzig kleines Minus am Rande: Batman wird nicht mehr von der prägnanten Stimme von Kevin Conroy gesprochen (Arkham Asylum und Arkham City), sondern von Roger Craig Smith (englische Version).

Fazit: Wer die Vorgänger mochte, kommt auch um das neue Batman: Arkham Origins nicht herum. Die gut 10stündige Geschichte wird mit Hilfe von vielen Nebenaufgaben auf rund 20 bis 30 Stunden gestreckt und fesselt den Spieler an den Bildschirm. Ebenfalls gut gelungen ist der Mehrspieler-Modus, den ich persönlich für diesen Test leider noch nicht ausführlich genug antesten konnte. Ersten Meinungen zufolge braucht sich aber auch der neue Online-Part nicht verstecken. Kurz: Ein rundes, und extrem schmackhaftes Paket für jeden Batman-Fan!

Batman: Arkham Origins ist erhältlich für Xbox 360, PlayStation 3, Wii U und PC. Wer Batman mit in seiner Hosentasche durch die Weltgeschichte tragen will, der greift zu Batman: Arkham Origins Blackgate, einer eigenständigen Version für Nintendo 3DS und PlayStation Vita. Auch hier kann ich noch keine eigenen Eindrücke niederschreiben, an der Wertungsfront kommt aber auch das Hosentaschen-Batman durch die Bank gut weg.

Zum Abschluss noch ein Trailer zu Batman: Arkham Origins Blackgate.