Daniel daddelt „The Legend of Zelda: A Link between Worlds“

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Zelda A Link between Worlds Hyrule Lorule

Master Schwert? Check! Enterhaken? Check! Hammer? Check! Fee in einer Flasche? Check! Mit The Legend of Zelda: A Link between Worlds besinnt sich Nintendo (ur)alter Tugenden und verfrachtet Link visuell zurück in wohlige Super Nintendo Zeiten. Doch kann das neue Abenteuer für den 3DS wirklich an den Klassiker A Link to the Past aus dem Jahr 1991 herankommen?

Link und meiner einer haben schon viele Abenteuer gemeinsam bestritten, doch irgendwie konnte mich kein Spiel so begeistern, wie Link’s 16-Bit Abenteuer auf dem Super Nintendo. Deswegen sind meine Erwartungen an das „Quasi-Remake“ natürlich besonders hoch.

Die Zweifel verfliegen ebenso schnell, wie sie gekommen sind: Bereits kurz nach dem Start ertönt die bekannte Zelda-Melodie in meinen Kopfhörern, einige Klicks weiter wähle ich wie gewohnt zwischen drei Speicherplätzen (inklusive obligatorischer Herzchen-Anzeige) und erwache wenig später als Knirps im grünen Strampelanzug im noch immer einzigen Bett einer kleiner Hütte in Mitten von Hyrule. Link hat (natürlich!) verpennt und wird von seinem Freund dazu angehalten, schnell auf der Arbeit – dem örtlichen Schmied – zu erscheinen.

Doch die Arbeit kann noch etwas warten, erstmal werden sämtliche Töpfe der Wohnung stilecht aufgehoben und gegen die Wände geschmissen. Der erste, grüne Edelstein fällt mit einem „Pling“ zu Boden. Ich bin im wahrsten Sinn des Wortes wieder zu Hause. Danke Nintendo!

Zelda A Link between Worlds LinkVon der doch recht überraschenden Geschichte will ich an dieser Stelle nicht allzu viel verraten, immerhin lebt The Legend of Zelda heute, wie damals vom eifrigen Erkunden, von schrillen Charakteren und geheimen Verstecken. In A Link between Worlds darf man sich auf eine vollkommen neue Geschichte freuen, ohne auf typische Elemente wie Oberfiesling Ganon und Prinzessin Zelda verzichten zu müssen. Die zugrunde liegende Welt Hyrule und das im späteren Spielverlauf hinzukommende Schattenreich Lorule erinnern nur auf den ersten Blick an A Link to the Past – tatsächlich wurde jeder Dungeon im Spiel komplett neu gestaltet.

In beinahe jedem Zelda-Abenteuer der Vergangenheit konnte Link in den Dungeons neue Waffen und Gegenstände erbeuten, welche ihm beim Lösen kniffliger Rätsel unterstützten und sogenanntes „Backtracking“ (die Rückkehr in bereits besuchte Landschaften) zu einer elementaren Spielmechanik entwickelten. A Link between Worlds bricht erstmals mit dieser Mechanik: In Dungeons erwarten Link „nur“ ein Kompass, kleine Schatztruhen und der große Schlüssel, der zum Öffnen der Boss-Tür notwendig ist.

Die zum Lösen der Rätsel notwendigen Gegenstände (Bogen, Bomben, Bumerang, Enterhaken und Co.) werden von einem recht schrill gekleideten Händler verkauft, der in seiner finanziellen Not in Link’s Bude Unterschlupf findet. Die ersten Gegenstände gibt es kostenlos, später wird eine kleine Leihgebühr fällig. Wer sich gleich sämtliche Gegenstände leisten kann, dem hält theoretisch nichts davon ab, das komplette Paket mit in den Helden-Rucksack zu packen.

Der spielerische Clou an diesem System: Wenn Link auf seinen Abenteuern stirbt, werden sämtliche Gegenstände aus seinem Rucksack entfernt, die Leihgebühr erneut fällig. Was sich zuerst nervig anhört, verleiht dem Spiel eine Motivationskurve, welche ich schon lange nicht mehr in seinem Zelda-Titel gespürt habe. Immerhin ist jeder Tod von Link mit einem erheblichen Minus im Geldbeutel verbunden, was die „Angst“ vor Gegnern und Bossen erheblich anfacht.

Zelda Link between World Artwork

Wer will, der darf die Gegenstände beim Händler nicht nur leihen, sondern auch kaufen: Bei Preisen jenseits von 700 Rubinen dauert es aber seine Zeit, bis sämtliche Objekte in Link’s Besitz sind, und auch nach seinem Tod dort bleiben. Übrigens nutzen alle Gegenstände nun eine Energieleiste, welche sich recht fix wieder von selbst auffüllt – das Sammeln von Pfeilen oder Bomben entfällt. Weitere Gegenstände und Verbesserungen von bereits erhaltenen Gegenständen lassen sich durch diverse Aufgaben freischalten.

Neben dieser tiefgreifenden Veränderung ist die optisch wohl einzigartigste Veränderung des Spiels Link’s Fertigkeit, sich als Bild an Wände zu projizieren und fortan als 2D-Link durch die Welt zu streifen. Die Bilder haben natürlich auch eine grundlegende Verbindung zur Hintergrundgeschichte, die Fertigkeit selbst lernt Link bereits nach nur wenigen Stunden Spielzeit. Die Zeit als 2D-Link ist durch die gleiche Energieleiste limitiert, welche auch Bumerang, Enterhaken und Co. in ihrem Nutzen einschränken.

Zelda A Link between Worlds Charaktere

Dank dieser Fertigkeit finden sich in den zahlreichen Dungeons diesmal besonders kreative Rätsel. Ich würde fast soweit gehen zu sagen: A Link between Worlds bietet einige der besten Dungeon-Designs aller Zeiten. Richtig gelesen. Aller. Zeiten. Der stete Wechsel zwischen Hyrule und Lorule, sowie die 2D-Ebene bieten so viele neue Möglichkeiten, dass sich die Designer bei den harten Kopfnüssen extrem auslassen konnten. Hier passt einfach alles: Pacing, Wegfindung, Rätsel, immer neue Gegner und neue Features kommen als fantastisches Spielerlebnis zusammen.

Zelda A Link between Worlds RavioWer bei den Rätseln keine Lust auf Kopfschmerzen hat, der besucht einfach den Wahrsager. Hier gibt es nützliche Tipps für das Vorankommen. Option Numero Zwo: per verzauberter Brille erblickt Link Geister in der Umgebung, welche ihm hilfreiche Tipps gegen Bezahlung zukommen lassen. Die hierfür benötigten Münzen muss man sich jedoch in der realen Welt außerhalb des 3DS verdienen: Jeder Schritt mit dem eingeschalteten Gerät wird gezählt und in Bares umgewandelt.

Ebenfalls neu mit an Bord ist die Schnellreise zwischen den Speicherpunkten: Eine kleine Hexe nimmt Link mit auf ihrem Besen und entschlackt das Abenteuer von nervigen Wanderungen über die Karte. Wer einmal keine Lust auf Abenteuer hat, der darf sich im Dorf Kakariko an zahlreichen Nebenaufgaben wie „Hühnern ausweichen“ oder diversen Glücksspielen versuchen.

Grafisch setzt A Link between Worlds auf den knuffigen Charme von A Link to the Past. Leider halten auch einige, etwas schrillere Charakterdesigns der letzteren Zelda-Teile Einzug ins „alte“ Hyrule. Der leicht überdrehte Händler Ravio und der androgyne Zauberfiesling Yuga sind optisch zumindest Geschmackssache.

Wer kann, der sollte den 3D-Effekt öfters einschalten – es lohnt sich! Zahlreiche Dungeons und Boss-Begegnungen profitieren deutlich von der dreidimensionalen Darstellung. Akustisch finden sich viele, bekannte Lieder des Originals neu vertont wieder – bei so viel Retro-Liebe geht älteren Zelda-Fans das Herz vor Freude auf.

Fazit

Mit The Legend of Zelda: A Link between Worlds hat Nintendo das vollbracht, was ich nicht wirklich für möglich gehalten hätte: Sie haben einen Nachfolger zu A Link to the Past produziert, der das Original in Sachen Atmosphäre nicht nur perfekt einfängt, sondern durch gewitzte Modifikationen im Spielsystem tatsächlich noch verbessern kann. A Link between Worlds ist aufgrund der frei verfügbaren Gegenstände offener in seiner Zugänglichkeit und offener in den Entscheidungsmöglichkeiten des Spielers, brilliert durch einige der besten Dungeons der gesamten Zelda-Historie und legt das schon jetzt kultige Feature des „als Bild an Wänden laufens“ noch als Zuckerstück obendrauf.

Kurz: Ein Grund mehr sich so schnell wie möglich einen Nintendo 3DS zuzulegen. The Legend of Zelda: A Link between Worlds erscheint offiziell am 22. November. Für knapp 220 Euro gibt’s das Spiel als Download inklusive 3DS XL im speziellen Zelda Design (Amazon-Link).

Zelda Link between World 3DS XL